600 000 Forellen für die Lenne

Axel Wieczorek und sein Sohn Leon (8) halfen mit, die jungen Fische an geschützten Stellen auszusetzen.  Foto: Hornemann

Altena - 600 000 echte Lenneforellen mit dem markanten roten Punkt bevölkern seit Samstag Altenas größtes Fließgewässer. Die Mitglieder des Altenaer Anglervereins „Früh auf“ haben im Bruthaus an der Fuelbecker Talsperre wieder akribische Fleißarbeit geleistet, damit der heimische Fisch wieder gedeihen kann.

Seit dem 28. Dezember haben die Altenaer Angler alle zwei Tage den Sauerstoffgehalt des Wassers geprüft, die Filter gereinigt und unbefruchtete Eier mit der Pinzette aussortiert. „Hat sich gelohnt!“, freuten sich die Bebrüter vom Dienst am Samstag. Im zarten Alter von drei Monaten heißt es nun für die kleinen Forellen, ihre natürliche Heimat selbst zu erkunden.

Bislang nährte der Dottersack die Jungtiere, nun müssen sie sich daran gewöhnen, Kleinstinsekten zu fangen. Um ihnen die Umstellung leichter zu machen, werden die Eimer vor dem Befüllen mit der Brut mit Lennewasser aufgefüllt. Zudem suchen die „Früh auf“-Mitglieder bewusst Gewässerstellen mit geschützten Rückzugsräumen auf, damit die Forellen nicht gleich mit Stress oder Fressfeinden konfrontiert werden. Appetitlich für ihren größten Widersacher, den Kormoran, werden sie erst mit zunehmendem Alter. Er ist Hauptgrund dafür, dass die Besatzaktion überhaupt stattfinden muss.

„Vor 15 Jahren war die Lenne noch prall gefüllt mit Äschen und Forellen. Heute ist von dieser Pracht nicht mehr viel übrig“, bedauert Axel Wieczorek, der am Samstag mit seinem Sohn Leon (8) beim Neubesatz mit anpackte. Der Kormoran, der sich aus dem asiatischen Raum nach Europa bewegte, frisst allerdings zu gern die hier ansässigen Arten.

„Die Äsche ist gar nicht mehr anzutreffen und künstlich auch kaum so nachzubrüten wie die heimische Lenneforelle“, weiß Axel Wieczorek. Die Interesssengemeinschaft Lennetaler Sportfischer hat 5000 Euro in den Einkauf der Forelleneier investiert, damit ihr wenigstens etwas Nachhaltigkeit bleibt. „Wir könnten das natürlich auch lassen und dem Kormoran kein Futter mehr geben“, erklärt Wieczorek. Er ahnt jedoch voraus, dass in weiteren 15 Jahren kein funktionierender Angler- und Sportfischerverein mehr existieren würde, wenn den Mitgliedern ihre Grundlage entzogen wird. „Deshalb bleiben wir dran und geben der Lenne, was ihr gehört.“

Verbunden wurde die Besatzaktion mit dem letzten Teil der Lennereinigung. Jetzt ist das Gewässer wieder belebt und attraktiv.

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