Angler in Sorge: Kormorane fresse die Lenne leer

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Der Vorstand des Anglervereins „Früh auf“ stellt sich zum Gruppenbild.

ALTENA - Mit ihrem Vorstand scheinen die Mitglieder des Angelvereins „Früh Auf“ zufrieden zu sein, denn alle zur Wahl stehenden Personen wurden am Freitagabend im Rahmen der Jahreshauptversammlung in ihren Ämtern bestätigt.

Michael Plata bleibt Vorsitzender und Edmund Klann sein Vertreter. Im Amt bestätigt wurden auch Klaus Chiarelli als Kassierer, Stefan Höber als stellvertretender Kassierer, Ralf Böttner als Gewässerwart, Heinz Elias als Fachwart Fischen und Manfred Bisold als Jugendwart. Für die aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretene Schriftführerin Marlene Kringe wählte die Versammlung Roland Höhnke. Neu in die Reihen des Vorstand aufgenommen wurde Karl-Heinz Tacke als Beauftragter für die Bereiche Natur- und Gewässerschutz.

In seinem Jahresrückblick erinnerte Vorsitzender Michael Plata an die Veranstaltungen des Angelvereins. Die Baumschnittaktion, bei der die Angler der Stadt Altena halfen, im Bereich Buchholz ein schöneres Erscheinungsbild zu bekommen, gehört dazu. Außerdem beteiligten sich die Angler an der Lennereiningung – auch diesmal mussten wieder Autoreifen, Autobatterien und weiterer Unrat aus dem Wasser gezogen, sowie entlang des Ufers entfernt werden. In diesem Zuge wurden auch die Nistkästen für Meisen entlang der Lenne gereinigt.

Aktuell versucht der Anglerverein wieder einen Fischbestand aufzubauen, den der Kormoran zerstört hat. Mehr als 200 000 Bachforellen und einige kleine Karpfen seien Anfang Oktober ausgesetzt worden, berichtete Plata. Dramatisch sei der Rückgang der Aalbestände, so der Vorsitzende. Er stehe vor der Ausrottung. Gründe hierfür sei die Verbauung der Gewässer, Raubbau der Berufsfischer, Kormorane und asiatische Essgewohnheiten. „Glasaale werden gefangen und frittiert und an Feinschmecker für horrende Summen verkauft. Nur noch ein Prozent der Glasaale erreichen die Gewässer“, weiß Plata. Neben dem Aal seien aber auch alle anderen Fischbestände gefährdet. „80 Prozent aller Fische, die in den Verkauf gelangen, haben sich nicht einmal fortgepflanzt“, verdeutlichte der Vereinsvorsitzende. „Wir Angler müssen alle Energie aufwenden, dass für unsere Nachkommen lebende Gewässer sowie Artenvielfalt erhalten bleibt“, so sein Appell.

Verärgert zeigte sich Plata über die Kormoran-Verordnung des Landtages. Der letzte starke Winter habe die Vogelart wieder an die Lenne gebracht - Äsche und Bachforelle wurden stark dezimiert. „Trotz Protesten von uns Anglern, wurde für die einheimischen Fischarten das Todesurteil ausgesprochen“, musste Plata feststellen. Alle Regierungspartner hätten sich gegen die Wünsche der Angler gestellt.

Für die Angler weitaus erfreuliches brachten dagegen die Ehrungen langjähriger Mitglieder. Dazu gehören Harro Kowitz (50 Jahre), Michael Plata (40 Jahre), Manfred Bisold, Marlene Kringe, Heinz-Herrmann Schneider (je 30 Jahre), Thomas Braun, Thorsten Jahnson, Theodor Paschalidis (je 25 Jahre), Hans Materna, Peter Wiedenhof (20 Jahre), Christian Haßler, Jens Kienholz, Silke Kienholz (15 Jahre), Bernd Neu, Claus Peter Dettenberg, Josef Buckmaier, Dirk Stawitzky, Peter Frassek, Wolfgang Wache, Klaus Wolf (je zehn Jahre).

Angelkönig in 2011 wurde Thomas Krüger, bester Jugendlicher und neuer Jugendkönig ist Leonard Plata. Den schwersten Fisch fing im vergangenen Jahr Heinz Elias - sein Karpfen brachte 8,5 Kilogramm auf die Waage.

von Susanne Riedl

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