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Angler findet Granate in der Lenne: Der Kampfmittelräumdienst muss ausrücken

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Von: Jona Wiechowski

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In der Lenne im Bereich Stortel hatte ein Angler am Sonntag eine Sprenggranate und Flakmunition gefunden.
In der Lenne im Bereich Stortel hatte ein Angler am Sonntag eine Sprenggranate und Flakmunition gefunden. © Bender, Thomas

Ein Angler hat am Sonntagabend eine 7,5 Zentimeter große Sprenggranate und eine zwei Zentimeter große Flakmunition auf Höhe des Lenne-Radweges am Stortel in der Lenne gefunden. Am Montagmorgen entfernte der Kampfmittelräumdienst die Funde. Es ist nicht der erste Fund dieser Art an dieser Stelle.

Altena – Vor Jahren hatten Spezialisten hier bereits hunderte Kilo an Kampfmitteln geborgen. Es war also ein vergleichsweise kleiner Fund, den der Angler am späten Sonntagabend in der Lenne, etwa vier bis fünf Meter vom Ufer entfernt, entdeckt hatte. Das Ordnungsamt hatte die Feuerwache um Amtshilfe gebeten, um die Stelle auszuleuchten. „Weil es schon dunkel war, haben wir uns dazu entschieden, auf den nächsten Morgen zu warten“, erklärt Ordnungsamtsmitarbeiter Michael Sonntag, der an dem Abend Rufbereitschaft hatte.

Am Montagmorgen informierte das Altenaer Ordnungsamt den Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Arnsberg, schickte Bilder dorthin. Dieser kam am Vormittag an die Fundstelle – mit dem vorrangigen Ziel, sich erst einmal ein genaues Bild von der Situation zu verschaffen. Vor Ort entschieden die Mitarbeiter dann, die Munition mitzunehmen. Um in das Wasser gehen zu können, hatten sie sich wasserdichte Wathosen von der Feuerwehr geliehen, wie Sonntag erklärt. Mit einem Seil sicherten sie sich.

Bereits im August 2013, in der damals frischen Baustelle des Lenne-Radweges am Stortel, hatte ein aufmerksamer Radfahrer eine Granate aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs entdeckt – es sollte die Spitze sein von einem der „größten Kampfmittelfunde der letzten Jahre in Westfalen“, wie er genannt wurde. Erst nach weit über zwei Jahren konnten die Sucharbeiten in den Lennewiesen, im Bereich zwischen Stortelkurve, Wasserwerk und Gasstation damals für beendet erklärt werden.

Die Liste der Funde war lang: Elf Schützenminen, 25 Stück Leucht- und Signalmunition, 25 Panzerfaust-Granaten, 71 Handgranaten, 91 Gewehrgranaten und 155 Spreng- und Panzergranaten großen Kalibers. An Granaten vom Kaliber zwei Zentimeter wurden sogar 3221 Stück geborgen.

Die am Stortel außerdem gefundene Infanteriemunition erfassten die Kampfmittelräumer der Einfachheit halber gleich kiloweise: Es war von 759 Kilogramm die Rede. Dazu kamen noch einmal 1171 Kilogramm „Munitionsteile mit anhaftenden Sprengstoffen“.

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