Konjunkturpaket: Alle Maßnahmen abgeschlossen

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Dirk Gasch, Hausmeister des Burggymnasiums, mit den beiden großen Kesseln der neuen Heizungsanlage. Gasch weiß: „Früher war das hier der wärmste Raum der Schule, jetzt muss man schon mal eine Jacke anziehen.“ ▪

ALTENA ▪ Vollzug meldete Gebäude-Manager Uwe Krischer am Montagabend dem Stadtrat: Die Verwaltung ist durch mit dem Konjunkturpaket, hat seit 2009 Bundesmittel in Höhe von 1,6 Mio. Euro ausgegeben. „Wir haben eine Punktlandung hingelegt“, bilanzierte Krischer.

Rückblick: Als es der Wirtschaft 2009 richtig schlecht ging, beschloss der Bund, den Kommunen viel Geld an die Hand zu geben – sie sollten investieren und so Industrie und Handwerk helfen. Bedingung war, dass das Geld zur Verbesserung der Infrastruktur oder für Bildung ausgegeben wurde.

„Unser Vorteil war, dass wir uns vorher schon unsere Heizungsanlagen etwas genauer angeschaut hatten“, schildert Krischer. Dass es noch erheblichen Bedarf an Maßnahmen zur Energieeinsparung gab, war nämlich schon lange klar. Deshalb schlug die Verwaltung der Politik vor, das Geld vom Bund in erster Linie in neue Heizungsanlagen zu investieren.

Die mit Abstand teuerste Heizung wurde ins Burggymnasium eingebaut – eine 200000 Euro teure, computergesteuerte Anlage mit Brennwerttechnik. Neue Heizkessel erhielten auch das Rathaus, die Dahler Schulturnhalle, die Förderschule, die Grundschule Breitenhagen und das Sporthaus am Sportplatz Lindscheid in Dahle.

Jetzt ist man im Rathaus gespannt darauf, welchen Effekt diese Investitionen haben werden. Vorabberechnungen gehen von Einsparungen bis zu 40 Prozent aus – träfe das zu, würde die Stadt zukünftig eine Menge Geld für die Bewirtschaftung ihrer Gebäude sparen.

Dazu tragen auch andere energetische Maßnahmen bei, die mit dem Geld aus Berlin bezahlt wurden – eine davon hatten die Ratsmitglieder sozusagen vor Augen, als sie Krischers Vortrag hörten. Im Ratssaal wurden nämlich (wie in anderen Rathaus-Bereichen auch) uralte Fenster durch neue ausgetauscht. An der Realschule funktionierte zwar der Heizkessel wunschgemäß, dafür war dort der Rest der Heizungsanlage sanierungsbedürftig. Gut 1000 Meter neue Heizungsrohre seien dort verlegt worden, schilderte Krischer den Kommunalpolitikern. Am Feuerwehrgerätehaus in Evingsen, an der Feuerwache, an der Sauerlandhalle und an der Breitenhagener Schule wurden Dächer gedämmt, um die Heizkosten zu reduzieren. In jedem Fall ließ die Verwaltung im Vorfeld berechnen, welchen Effekt einzelne Maßnahmen bringen. Eine zunächst vorgesehene Fassadendämmung der Grundschule Breitenhagen wurde daraufhin fallen gelassen – „das hätte sich nicht gerechnet“. Dafür wird neuerdings ein Großteil des warmen Wassers, das in der Sauerlandhalle verbraucht wird, durch eine Solaranlage erwärmt. An der Realschule wurde ein neue Anlage für das Warmwasser installiert, weil die alte noch so dimensioniert war, dass damit auch das einstmals vorhandene Lehrschwimmbecken beheizt werden konnte.

Einige wenige Maßnahmen haben mit Energie nichts zu tun: Für die Realschule gab’s einen neuen Physikraum, an der Realschule wurden Toiletten erneuert und an der Grundschule Mühlendorf wurde endlich der Schulhof neu asphaltiert.

Mitte Dezember war alles fertig, die Stadt konnte der Bezirksregierung ihre Schlussrechnung vorlegen. Sie ist genau hingekommen mit dem Geld aus Berlin, musste also keine eigenen Gelder investieren. Von SPD-Ratsmitglied Mario Westphal gab’s in diesem Zusammenhang ein großes Lob: Andere Städte seien bei weitem noch nicht so weit mit der Umsetzung, sagte er. ▪ ben.-

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