Keine Bewährung für Einbrecher mit „erheblicher krimineller Energie“

Altena -  Eine ganze Serie von Einbruchdiebstählen erschütterte Altena im Zeitraum zwischen November 2016 und März 2017. Gefasst wurden die Täter, weil einer von ihnen ein gestohlenes Handy selber verwendete.

Die Polizei spürte es über dessen Identifizierungsnummer auf, hörte aufmerksam mit und wertete die Verbindungsdaten aus. Drei Täter aus Altena wurden identifiziert. Zwei von ihnen mussten sich jetzt wegen schwerer gemeinschaftlicher Einbruchsdiebstähle in Altena vor Gericht verantworten. Weil sie seit der vorläufigen Festnahme im April in Untersuchungshaft gewesen waren, war ausnahmsweise das Amtsgericht Lüdenscheid für die strafrechtliche Aufarbeitung zuständig.

Die Einbrecher hatten sich im fraglichen Zeitraum in wechselnden Besetzungen zu Wohnungseinbrüchen verabredet und die Tatorte vorher ausgekundschaftet. Urlaubsreisen wurden so zu einem Risiko. Er sei gerade in der Dominikanischen Republik gewesen, als sein Sohn ihm 20 Bilder von dem angerichteten Chaos zuhause schickte, erinnerte sich ein Zeuge. 

Später habe er eine Spardose, eine mit Münzen gefüllte Suppentasse, weiteres Bargeld, Schmuck und eine teure Uhr vermisst. Das Schlafzimmer sei von links auf rechts gedreht gewesen, seine Frau wolle dort nicht mehr schlafen. Wegen des nahen Waldes und der von dort kommenden Rehe seien Bewegungsmelder kaum einsetzbar. „Ich kann unser Haus nicht in Fort Knox verwandeln.“ Eine weitere Zeugin vermutete, dass sie die Täter überrascht hatte, als sie nach Hause kam. „Ich habe gedacht, ‘die Burschen erwische ich’“, erinnerte sie sich an ihren ersten Gedanken, als sie nach Hause kam. Es sei zwar nichts zerstört worden, doch der teure Familienschmuck sei dennoch verschwunden. Die Zeugin wollte lieber „nicht darüber nachdenken müssen“, ob sie sich noch wohl und sicher in ihrem Haus fühle. Eine weitere Zeugin freute sich, dass ihr Replikat einer wilhelminischen Pickelhaube von der Polizei sichergestellt worden war.

Schmuck, Uhren, versilberte Haushaltsgegenstände, Bargeld, Erinnerungsstücke, Kommunikations- und Unterhaltungselektronik standen ganz oben auf der Wunschliste der Täter, die mit den eher geringen Erlösen aus dem Verkauf ihre Drogensucht finanzierten. Die Tatorte lagen an Berg-, Bach-, Ost- und Märkischer Straße, am Bergfelder Weg und an der Werdohler Straße. Mittlerweile haben viele Hausbesitzer aufgerüstet. „Ich habe einen Mann, der Schreiner ist - die Tür war ganz gut gesichert“, sagte eine Zeugin, der ein solcher „Besuch“ dadurch erspart geblieben war.

Verurteilt wurden die beiden 22 und 30 Jahre alten Angeklagten letztlich „nur“ für jeweils zwei Einbrüche. Der Jüngere gestand darüber hinaus zwei Einbruchsversuche. Bei einigen der von der Anklage aufgelisteten Einbrüche bezichtigten die Angeklagten einen dritten Verdächtigen. Das Schöffengericht verurteilte den 22-jährigen Einbrecher zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten, der Ältere kassierte einen Monat weniger. Viele einschlägige Vorstrafen, beide Täter waren Bewährungsversager - da musste das Gericht nicht ernsthaft über eine Bewährungsstrafe nachdenken. Richter Thomas Kabus erinnerte an das „total schlechte, unsichere Gefühl“, das viele der Einbruchsopfer immer noch heimsuche und verwies auf die erhebliche kriminelle Energie der beiden Täter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare