Ein Angebot: Kultur-Café im „Schwarzen Raben“ in Altena

Eberhard Theymann überreichte spontan die Schlüssel seiner Kneipe „Zum Schwarzen Raben“.

ALTENA ▪ Eberhard Theymann, Wirt der Gaststätte „Zum Schwarzen Raben“, sorgte während des Informationsabends zum Kultur-Café am Dienstag für eine Überraschung: „Ich stelle ihnen mein Lokal von 9 bis 18 Uhr zur Verfügung“, sagte er und überreichte Gerd Behrendt sogleich den Bund mit den alten Eisenschlüsseln. Verblüfft und erfreut zugleich reagierten die rund 30 Anwesenden in der Burg Holtzbrinck darauf mit Applaus. Von Ilka Kremer

Behrendt, der die Idee hatte, auf ehrenamtlicher Basis in Altena ein Kultur-Café aufzumachen (wir berichteten), nahm die Schlüssel an und sprach dem Wirt ein „dickes Dankeschön“ aus. Kulturringsgeschäftsführerin Barbara Langos winkte allerdings ab und erklärte: „Es geht um die Lennestraße, da soll das Café hin – wegen des Leerstandes.“ Trotzdem: Theymann steht zu seinem Angebot. „Mein Kerngeschäft beginnt erst um 18 Uhr, davor kann ich die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen.“ Zu welchen Bedingungen, das müsse dann geklärt werden.

Behrendt stellte den Interessierten in der Bürgerburg voller Inbrunst das Konzept des Kultur-Cafés vor. „Es wäre schön, wenn sich Schüler in der Freistunde dort versammelten und lernten. Oder wenn die alte Dame, die gerade mit dem Bürgerbus in die Stadt gefahren ist, dort den Blechkuchen isst, der nach Großmutters Art gebacken wurde“, sagte er und sprach selbst von einer Vision. Denn mehr sei es im Moment noch nicht. Zunächst müssten drei Bedingungen erfüllt werden: „Wir brauchen Menschen, die das Café tragen. Wir brauchen einen Raum und wir brauchen Geld.“ Anfangen wolle er aber mit den Menschen, die das Kultur-Café mit Leben füllen wollen. „Wenn 20 bereit dazu sind, dann können wir loslegen.“ Dann könne man auf die Hauseigentümer zugehen. Wenn ein Raum gefunden sei, stelle sich heraus, was renoviert werden muss und dann könne man an Sponsoren herantreten. 30 Frauen und Männer bekundeten ihr Interesse und meldeten sich auch gleich für das nächste Treffen am Dienstag um 17 Uhr an.

„Wir brauchen eine große Zahl an Mitarbeitern mit vielfältigen Fähigkeiten“, verdeutlichte Behrendt. Denn das Café solle an sechs Tagen von 9 bis 18 Uhr geöffnet sein. Kaffee, selbst gebackenen Kuchen und auch ein kleines Frühstück sollen angeboten werden. Das kulturelle Programm solle aus Lesungen, Vorspielen und Ausstellungen bestehen. „Es wäre schön, wenn sie dabei sind“, sagte er zum Schluss. Und: „Wir werden das Kultur-Café noch nicht im Sommer eröffnen können, es geht alles nur Schritt für Schritt.“

Eberhard Theymann bezweifelt, dass die Lennestraße der richtige Ort ist. „Hier entwickelt sich was“, sagt er und meint damit den Bereich Freiheitstraße/Kirchstraße. Und andere Gastronomen sehen das ganze Projekt eher als eine Gefahr für das eigene Geschäft, denn als Bereicherung für die Stadt. „Wer ein Café aufmachen möchte, soll ein Gewerbe anmelden und Steuern zahlen“, meint Hardy Frahm vom „Café zur Burg“. Durch ein gesponsortes Café bekämen die Wirte nur mehr Probleme, den eigenen Laden voll zu kriegen. Paolo Alemanno vom Eiscafé Cappuccino meint, das Kultur-Café sei eine schöne Idee, bedeute für ihn aber Konkurrenz und deswegen sei er damit nicht einverstanden. „Vor allem nicht, wenn die mit ehrenamtlichem Engagement, den Kaffee billiger anbieten.“

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