Hollstein stellt sich schon im Mai zur Wiederwahl 

Dr. Andreas Hollstein.

ALTENA - Dr. Andreas Hollstein (CDU) stellt sich am 25. Mai 2014 erneut als Bürgermeister für die Stadt Altena zur Wahl. Das hat der aktuelle Amtsinhaber am Montagnachmittag in der Ratssitzung erklärt, nachdem er am Samstag fristgerecht Landrat Thomas Gemke über seinen Entschluss in Kenntnis gesetzt hatte. Hollstein ist seit 1999 hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Altena.

Der 50-jährige Vater von vier Kindern verlas in der Sitzung des Rates eine persönliche Erklärung, die wir nachfolgend im Wortlaut veröffentlichen:

"Liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Altena,

sehr geehrte Mitglieder des Rates der Stadt Altena,

aufgrund des Gesetzes zur Stärkung der kommunalen Demokratie hat das Land NRW die Möglichkeit eröffnet, bereits zur Kommunalwahl 2014 die Wahlen von Rat und Bürgermeister zu verbinden. Voraussetzung dafür ist, dass der jeweilige Hauptverwaltungsbeamte bis zum 30. Nov. 2013 von einem einmaligen Niederlegungsrecht Gebrauch macht, so dass die sechsjährige Amtszeit verkürzt wird und bereits am 22. Juni 2014 endet.

Auf einige Nachfragen habe ich bereits deutlich gemacht, dass ich eine nachträgliche Veränderung von Wahlzeiten grundsätzlich kritisch sehe, da die Wählerinnen und Wähler im Jahre 2009 ihre Entscheidung vor dem Hintergrund einer sechsjährigen Amtszeit und auch deutlich getroffen haben.

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Gleichzeitig habe ich mir aber auch vorbehalten, für mich persönlich eine Entscheidung unter Abwägung aller Umstände zu treffen. Zunächst möchte ich mich bei Ihnen dafür bedanken, dass Sie alle im Rat mir die Chance gegeben haben, diese Entscheidung ohne äußere Beeinflussung zu treffen. Diesen fairen Umgang haben wir uns im Laufe der Jahre gemeinsam erarbeitet. Dennoch ist es angesichts der andernorts meist aus parteipolitischer Motivation geführten Diskussionen nicht selbstverständlich und ich weiß dies zu schätzen!

Auch dadurch hatte ich die Möglichkeit, in Ruhe eine für mich abgewogene Entscheidung zu treffen. Auch wenn diese Entscheidung natürlich für meine Person nach 14 Jahren als hauptamtlicher Altenaer Bürgermeister eine zentrale Bedeutung hat, war für mich auch von hohem Gewicht, welche Auswirkungen dadurch für die mittelfristige Zukunft der Stadt Altena haben wird.

Letztendlich stand diese Frage deshalb im Mittelpunkt meiner Überlegungen, da sowohl eine frühere Entscheidung über eine dann längere Amtszeit als auch eine Weiterführung des Amtes bis 2015 Vor- wie Nachteile hat und ich letztlich in beiden Fällen auf das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler angewiesen bin.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich weiß , dass wir mit dem Prozess Altena 2015, dem daraus abgeleiteten Erlebnisaufzug zur Burg, dem Bau der Brücke zum Bahnhof, der notwendigen Neustrukturierung im Rathaus, der Bewältigung der Demographieprobleme und der auch damit in Zusammenhang stehenden Finanzkonsolidierung wichtige Weichenstellungen für die Zukunft unserer Stadt teilweise vorgenommen haben und teilweise noch umsetzen müssen.

Gleichzeitig droht aufgrund des Stärkungspaktes und der ungerechten Finanzverteilung zwischen dem ländlichen Raum und der Stadt in NRW und der seit Jahrzehnten üblichen Mehrbelastung durch die Bundesebene der Sparkommissar. Spielräume für das notwendige Gestalten sind für den Rat, aber auch die Verwaltung und den Bürgermeister leider kaum noch vorhanden. Der allgemeine Spaßfaktor an der Kommunalpolitik ist begrenzt und die Abgänge mancher Bürgermeisterkollegen 2014 oder 2015 werden auch mit diesem Faktor in Zusammenhang gebracht.

Für die Frage nach dem besten Termin für die Wahl des Bürgermeisters ist es daher für mich von entscheidender Bedeutung, ob es besser ist, die Umsetzung dieser Ziele die nächsten zwei Jahre weiter zu begleiten und oder gemeinsam mit dem Rat vor die Bürgerinnen und Bürger zu treten, um ein Mandat für die dauerhaftere Weiterführung des eingeschlagenen Kurses in den nächsten sechseinhalb Jahren zu bekommen.

Aufgrund der sich intensivierenden Diskussion im Land sehe ich bei einer Trennung der Wahltermine das Risiko, dass nach der Wahl am 25. Mai 2014 bis zur Bürgermeisterwahl im September 2015 die angestrebte Klarheit über die zukünftige Richtung nur unzureichend erreicht werden könnte und eher ein Dauerwahlkampf die Entschlossenheit von Rat und Verwaltung, unsere Stadt erfolgreich zu positionieren, behindern könnte. Auch die wahrscheinlich höhere Wahlbeteiligung im Mai 2014 war ein Argument. Und nicht zuletzt - ich denke Sie wissen, dass ich nicht gerne Geld ausgebe, das den Bürgern gehört - auch die Kosten einer weiteren Wahl in 2015.

Gleichzeitig habe ich in der Zeit der Überlegung von vielen Menschen, die eine gewisse Distanz zu mir haben, aber auch von vielen Unterstützern eine Reihe von ermutigenden Signalen bekommen, die mir deutlich machen, dass man gerne auch längerfristig weiter mit mir als Bürgermeister zusammenarbeiten möchte.

Auch meine Familie hat sich eindeutig positioniert.

Vor diesem Hintergrund bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass aufgrund der durch die Änderung des Wahlgesetzes entstandenen Fragen eine Beantwortung hier im Rat zu geschehen hat, zumal ich von vielen Gruppen im Rat auch in meiner Amtsführung unterstützt worden bin. Auch dafür Danke.

Deshalb habe ich mich entschlossen, mein Amt vorzeitig zum Juni 2014 niederzulegen und zur Kommunalwahl am 25. Mai 2014 erneut als Bürgermeister für die Stadt Altena antreten zu wollen. Ich habe fristgemäß am Samstag den Landrat des Märkischen Kreises über diesen Entschluss in Kenntnis gesetzt.

Damit werden wir am 25. Mai 2014 eine gemeinsame Rats- und Bürgermeisterwahl durchführen, uns gemeinsam dem Votum der Wählerinnen und Wähler stellen und für den bestmöglichen Weg werben, Chancen für unsere schöne Stadt Altena zu nutzen!

Wenn es die Menschen in unserer Stadt wollen, würde ich sehr gerne sechs weitere Jahre meiner Heimat Altena dienen, mit Blick auf den Sparkommissar weiter gemeinsam mit Ihnen meine Kraft für unser kleines Gemeinwesen einsetzen sowie gemeinsam mit dem neuen Rat und unterstützt von möglichst vielen Kräften im Rat weiter an einer Stadt der Zukunft bauen, die unterstützt von dem Engagement der Menschen auch unter den Schwierigen Gegebenheiten möglichst viele Entwicklungspotentiale erarbeitet.

Vielen Dank!"

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