Bürgermeister nimmt am „Global Mayors Summit“ in New York teil

Dr. Andreas Hollstein  bei der Uno

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Im International Peace Institute direkt neben der Uno diskutierte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein mit anderen Kommunalpolitikern aus aller Welt über die Integration von Flüchtlingen. 

Altena - Als der Brief im Rathaus eintraf, dachte Dr. Andreas Hollstein zuerst an einen schlechten Scherz. Die Nachfrage ergab dann allerdings: Eine Einladung der Uno und der Stadt New York an ihn war ernst gemeint. Deshalb nahm er in dieser Woche am „Global Mayors Summit“ in New York teil. Dieses Gipfeltreffen von Bürgermeistern aus der ganzen Welt beschäftigte sich parallel zur Uno-Vollversammlung mit Migration, Flucht und Vertreibung

Getagt wurde im International Peace Institute, das seinen Sitz vis-à-vis des Uno- Hauptquartiers hat – „so gut ist noch nie auf mich aufgepasst worden“, flachste Hollstein angesichts der massiven Sicherheitsvorkehrungen.

Reiste nach New York: Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. Die Uno hatte ihn eingeladen.

Die ehemalige Hochkommissarin für Flüchtlingsfragen Mary Robinson, ihr Nachfolger Filippo Grandi, Dr. Michael Doyle, Berater von Kofi Annan – auf der Teilnehmerliste der Tagung finden sich viele prominente Namen. Im Mittelpunkt standen allerdings Bürgermeister und andere Delegierte von Städten aus aller Welt. London, Paris, Sao Paulo, Atlanta – es waren fast nur Großstädte vertreten. Als Hollstein nach Erhalt der Einladung darauf hinwies, dass Altena irgendwie nicht in diese Reihe passe, wurde ihm bedeutet, dass er ganz bewusst eingeladen worden sei. Altenas Umgang mit Flüchtlingen hat sich offensichtlich bis zur Uno herumgesprochen. Kurz vor seinem Abflug erfuhr Hollstein, dass er kurzfristig an einer „High Level Panel Discussion“ teilnehmen würde und dabei Altenas Bemühungen zur Flüchtlingsintegration beschreiben sollte.

Altena googeln

Er habe dem Publikum empfohlen, Altena zu googeln, berichtete Hollstein nach seiner Rückkehr. Inhaltlich konfrontierte er seine Zuhörer mit einem Thema, das ihn schon länger umtreibt und das er in der vergangenen Woche schon auf einer Tagung in Berlin ansprach: Wenn den Kommunen die Ausgaben für die Betreuung von Flüchtlingen nicht zu 100, sondern etwa zu 150 Prozent erstattet würden, dann könnte das zur Folge haben, dass die Flüchtlingsströme sich ganz anders verteilen würden.

Altena first: Auf der Teilnehmerliste steht Altenas Bürgermeister weit oben.

Immerhin würde die Aufnahme von Flüchtlingen dann eine Verbesserung kommunaler Infrastruktur ermöglichen. Nachmittags nahm Hollstein dann an einer Arbeitsgruppe teil, die sich mit sozialer Integration beschäftigte. Dort appellierte er dafür, grundsätzlich direkt nach der Ankunft von Flüchtlingen mit der Integration zu beginnen, zum Beispiel durch Sprachkurse. Hollstein bekräftigte einmal mehr, dass die Aufnahme von Flüchtlingen für Länder mit demografischen Problemen eine Chance sei, den mit dem Einwohnerrückgang verbundenen schwierigen Problemen zu begegnen. „Nicht messbar“ sei, was die Stadt von seiner Reise in die USA habe, sagte Hollstein. Deshalb habe er sich dafür auch Urlaub genommen. Die Kosten für Flug und Hotel hätten die Einlader übernommen. Grundsätzlich sei er aber durchaus der Auffassung, dass sich Altenas Vorreiterrolle bei der Integration von Flüchtlingen bezahlt mache.

Hoher Bekanntheitsgrad

Die Stadt habe dadurch einen hohen Bekanntheitsgrad. Wenn er Einladungen zu Veranstaltungen folge, dann diene das auch dazu, Netzwerke zu knüpfen. Das komme der Stadt nachweislich zugute, etwa bei Entscheidungen über Fördermittel. In seinem Schlusswort habe Filippo Grandi sich sehr anerkennend über die Arbeit der Städte geäußert und sich dafür ausgesprochen, sie stärker als bisher in die Arbeit der Uno ein zubinden, sagte Hollstein nach seiner Rückkehr.

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