Das „andere“ Altena sorgt für Verwirrung

Idyll in Niedersachsen: Das Rittergut Altena bei Bahrdorf ist den „richtigen“ Altenaern wohl bekannt, wenn sie Routenplaner, Online-Telefonauskunft oder ähnliches benutzen.

ALTENA - Selbst bei der MVG muss man sich entscheiden – soll die Fahrt in Altena (Westf.) beginnen oder in Altena bei Bahrdorf, einem Teil der Gesamtgemeinde Velpke im Kreis Helmstedt? Auch mancher Routenplaner stellt den Benutzer vor die Qual der Wahl. 

Selbst die Internet-Telefonauskunft der Telekom verlangt bei jeder Suche nach einer Nummer in Altena eine Entscheidung darüber, ob das an der Lenne oder „Altena-Bahrdorf“ in Niedersachsen gemeint ist.

Google Maps macht‘s möglich, das andere Altena sozusagen aus der Luft zu betrachten. Das Satelliten-Bild zeigt ganz viel Grün – Felder und Wälder überwiegen in Altena. Dann gibt es noch eine Hand voll Häuser und ein deutlich größeres Gebäude – ein altes Rittergut, das dem Ort den Namen gab.

Geschichtsträchtig

Im Grunde handelt es sich bei diesem Landstrich um eine geschichtsträchtige Gegend – schließlich feierte Bahrdorf schon 1973 den 1000. Jahrestag seiner ersten urkundlichen Erwähnung. In der damals erschienenen Chronik taucht Altena allerdings nur ganz am Rande auf. Etwas mehr erfährt der Wissensdurstige bei Wikipedia – die Online-Enzyklopädie weiß nämlich einiges über Eduard Wiprecht von Davier, den ehemaligen Landrat im Kreis Grafschaft Hohenstein in Nordhausen und von 1871 bis 1874 Mitglied des deutschen Reichstags.

Dieser preußische Beamte erbte 1891 das Rittergut Altena von der kinderlosen Witwe des Werner Friedrich Julius Stephan von Spiegel und stellte es unter die Verwaltung seines Neffen August Rudolf Karl von Davier.

Altes Rittergut

Die Familie von Davier ist bis heute auf dem Rittergut Altena zuhause – im Moment plant sie dort den Bau einer Biogasanlage. Neben ihnen wohnen nach Schätzung der Gemeindeverwaltung in Altena höchstens 20 Menschen – und trotzdem rangiert die Siedlung in Routenplanern und bei der Online-Auskunft gleichrangig neben der fast 1 000mal größeren Burgstadt an der Lenne.

von Thomas Bender

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare