Amtsgericht: 32-Jähriger erhält Bewährungsstrafe

Mit einer Gaspistole schlug ein 32-Jähriger einem 21-Jährigen eine Platzwunde am Kopf.

ALTENA ▪ Als die Beteiligten gestern den Saal des Amtsgerichts Altena betraten, ahnten sie noch nicht, welcher Marathon vor ihnen lag. Über fünf Stunden lang verhandelte das Gericht den Fall eines 32-jährigen Altenaers. Er musste sich wegen zweifacher gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Am Ende entschied das Schöffengericht, den dreifachen Vater zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten zu verurteilen und ihm 100 Sozialstunden aufzuerlegen. Ursprünglich war auch ein 24-Jähriger wegen Beihilfe mitangeklagt. Sein Verfahren wurde jedoch aufgrund eines anderen Urteils eingestellt. Der 32-Jährige blieb allein auf der Anklagebank zurück.

Mit großer Wucht zugeschlagen

Er, so die Überzeugung des Gerichts, war am 18. Oktober 2009 mit einer Waffe auf einen 21-Jährigen losgegangen und hatte diesem einen Gasrevolver mit großer Wucht auf den Kopf geschlagen, so dass eine tiefe Platzwunde entstand. An Heiligabend war er nach dem gleichen Muster auf ein weiteres Opfer losgegangen. Durch einen Schuss aus der Gaswaffe fügte er diesem eine Brandverletzung im Gesicht zu.

Der Angeklagte räumte die Vorwürfe zur ersten Tat ein. Hintergrund sei gewesen, dass das Opfer seinen Kumpel über einen längeren Zeitraum hinweg tyrannisiert hatte. Auch bezüglich der Tat am 24. Dezember gab er einen Schlag zu. Eine Waffe sei dabei jedoch nicht im Spiel gewesen.

Zwei feindliche Lager

Vor Gericht gaben sich gestern zahlreiche Zeugen die Klinke in die Hand. Schnell war klar, dass sich zwei feindliche Lager gegenüber standen. So bestätigten die Anhänger des Angeklagten dessen Aussage, während die Zeugen der Opfer den 32-Jährigen belasteten. Letztlich schenkte das Gericht den Angaben der Opferseite mehr glauben. Der Verteidiger des bisher noch nicht vorbestraften Mannes hatte eine Geldstrafe für seinen Mandanten gefordert. Ob der Altenaer sein Urteil akzeptieren wird, ist noch offen. ▪ Jana Peuckert

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