Auch Dirk Vogel ist von „vergessenen Orten“ fasziniert

Ambitionierter Fotograf kehrt zurück nach Rosmart

+
Mit der Leica unterwegs: Dirk Vogel hat zwar auch digitale Kameras, arbeitet aber lieber „klassisch“, also mit Filmen. Seine Lieblingskameras sind älter als er selbst.

Altena - Ja, er besitzt auch digitale Kameras – aber für Arbeiten, die ihm am Herzen liegen, setzt Dirk Vogel auf solide Wertarbeit aus Wetzlar und analoge Filme: Leica-Kameras. Eine ist Baujahr 1956, die andere Baujahr 63. So kann er sich für „das Beste aus zwei Welten“ entscheiden, sagt der Fotograf. Und natürlich wird er den Film aus seinen Lieblingskameras auch selbst entwickeln – am liebsten zum Klang von Jazzmusik.

Dirk Vogel, Jahrgang 1969 und auf Rosmart aufgewachsen, fotografiert am liebsten Menschen. Nach 25 Jahren in Dortmund ist er im Januar wieder in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Schon während seines Studiums machte der diplomierte Fotodesigner Serien über die Feste einer griechisch-orthodoxen Gemeinde, aber auch über die Lebenswelt von Menschen mit Behinderungen sowie über Sinti und Roma in Deutschland und Frankreich.

Wie viele andere Fotografen auch hat sich Dirk Vogel auch am Schwarzenstein umgesehen.

Seit seinem Abschluss 1999 - Thema „Augenblicke. Juden in Deutschland“ arbeitet der Altenaer für nationale, aber auch internationale Magazine und Zeitungen sowie für Unternehmen und im Bereich Architektur. Neben zahlreichen Ausstellungen, darunter eine im Deutschen Historischen Institut in London, erschien 2011 sein erster Bildband: „Gesichter der friedlichen Revolution“, herausgegeben von der Robert-Havemann-Gesellschaft. In dem Buch geht es um die Menschen, die sich 1989 für demokratische Verhältnisse in der DDR einsetzten und so letztlich den Weg für die deutsche Einheit mit geebnet haben. Dirk Vogel zeigt sie in eindringlichen, aus der persönlichen Nähe aufgenommenen Porträts. Bärbel Bohley zum Beispiel, Markus Meckel, Rainer Eppelmann oder Matthias Platzeck und Friedrich Schorlemmer. Im Schnitt brauchte der Altenaer etwa zwei Filme pro Fotositzung, bis er das gewünschte Porträt „im Kasten“ hatte.

Titelbild des Buches

Bärbel Bohleys Foto wählte Vogel für das Titelbild des Buches aus. „Es geht darum, was man machen will und was man machen möchte“, so definiert Dirk Vogel seinen persönlichen Weg zwischen wirtschaftlichen Anforderungen und dem guten Gefühl, mit seiner Arbeit eins und zufrieden zu sein. Dabei spiele durchaus auch Melancholie eine Rolle, erzählt Vogel. Und die könne in verschiedenen Themenfeldern zuhause sein: In der Arbeitswelt und in der Freizeit zum Beispiel, aber auch an „vergessenen Orten“, wie Vogel es nennt. Freunde der Fotografie und des Videofilmens kennen sie auch als „lost places“.

Industrielle Nutzung

Orte also, die einst bewohnt und belebt waren, oder wo eine industrielle Nutzung den Takt vorgab - heute Brachen. Hier haben oftmals Generationen von Menschen ihren Lebensunterhalt verdient - heute interessiert sich niemand mehr für diese Standorte; sie gelten sogar oft als Schandfleck. Beispiele dafür sind die Flächen rund um den Schwarzenstein oder die „Hochhäuser“ auf dem Nettenscheid - auch dort hat sich Dirk Vogel jüngst mit der Kamera umgesehen. Seit etwa zwei Jahren arbeitet der Fotograf an diesem neuen Vorhaben.

Ausstellung

Noch ist offen, ob es in eine Ausstellung oder in einen weiteren Bildband mündet. Andere Projekte drehen sich um Jugend in der Zeit des Nationalsozialismus oder um Flüchtlinge, die jetzt im Märkischen Kreis leben

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare