Altes Tragjoch aus Evingsen für die Burg Altena

Holger Lüders präsentiert das restaurierte Tragjoch.

ALTENA ▪ Eine Leihgabe des Rheinischen Freilichtmuseums, das Tragjoch aus der Dauerausstellung „In aller Munde“, konnte gestern Nachmittag auf Burg Altena gegen ein eigenes Exponat ausgetauscht werden. „Eine Altenaerin hat dieses Tragjoch auf dem Dachboden ihres alten Hauses in Evingsen gefunden“, erzählt Holger Lüders, Restaurator der Burgmuseen, und präsentiert das von ihm restaurierte Stück. Es war am Steg entzwei gebrochen und von Schädlingen stark beschädigt gewesen. „Nach den Löchern zu urteilen war das der gemeine Holznagekäfer, der Anobium Punktatum.“

Lüders entrostete zunächst Metallbeschläge, Ketten und Haken behutsam und konservierte die Eisenteile dann mit Oel und Wachs. Die Oberfläche des Holzes reinigte er – „da war der Staub von vielen Jahren drauf“ – mit Wattestäbchen, die er immer wieder mit seinem Speichel tränkte. „Im Speichel sind Enzyme enthalten, die eine unheimliche Reinigungskraft haben.“ Dann folgte ein Abrieb mit destilliertem Wasser und ein Schutzüberzug mit Wachs. Die beiden Teile des Jochs fügte Lüders mit Kunstharz und Leim wieder zusammen. Die fehlenden Bruchstellen glich er mit Sägemehl-Kit wieder an. Jetzt ist die Bruchstelle kaum noch zu sehen. Und die Besucher der Burg können das Joch aus Altena, das etwa aus dem 19. Jahrhundert stammt, ab sofort in der Vitrine mit der Aufschrift „Jemanden unterjochen“ begutachten.

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