Altes Krankenhaus: Ringen um die Zukunft

+
Das alte Krankenhaus St. Vinzenz steht seit 2017 leer.

Altena – Einen Pflegekomplex will die Lone Ranger Investments S.A. im alten Krankenhaus einrichten. Der Stadt fehlen Details der Pläne. Das sorgt für Kritik.

Seit 2017 steht das frühere St.-Vinzenz-Krankenhaus leer. Mit seinem Vorschlag, das verwaiste Gebäude zu reaktivieren, um dort am Coronavirus erkrankte Personen zu behandeln, hat der parteilose Bürgermeister-Kandidat Gerhard Rösner neuen Schwung in die Debatte um die Zukunft der Immobilie gebracht. 

Nun zeigt sich, dass es knirscht zwischen Stadt und Immobilienbesitzer. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung, dass die Zukunft der Immobilie bislang völlig unklar ist, gebe es sehr wohl konkrete Pläne, sagt Julia Pleuger, die als Architektin für den Eigentümer des alten Krankenhauses arbeitet. Das ist die Lone Ranger Investments S.A. aus Luxemburg, die zur Comer Group aus Irland gehört. 

"Kein großes Entgegenkommen"

Der Investor möchte im Gebäude eine Pflegeeinrichtung, Wohngruppen für Senioren und eine Pflegeschule realisieren, sagt die Architektin aus Altena. „Es sind unsererseits bereits Gespräche bezüglich der Nutzungsänderung mit der Stadt gelaufen. Wir haben unser Konzept im Rathaus vorgelegt und um einen baldigen Umbaustart gebeten. Denn ohne die Corona-Krise ständen ab Herbst 2020 bereits Pächter bereit. Leider sind wir nicht auf großes Entgegenkommen gestoßen“, sagt Pleuger. 

Die Pläne für eine Pflegeeinrichtung samt -schule und Wohngruppen seien von Seiten der Stadt als „unangemessen“ dargestellt worden. 

Hollstein: Mehr Details nötig

Darauf angesprochen sagt Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein (CDU), dass die Vorstellungen für eine weitere Nutzung zwar präsentiert worden seien, aber diese „noch nicht mit konkreten Infos hinterlegt sind. Wir haben deutlich gemacht, dass wir eine schlüssige Nutzungsplanung mit Details, unter anderem zur Zahl der Arbeitsplätze, Vorverträge und ähnliches brauchen, um dann den Rat damit befassen zu können“. Dieser müsse intensiv eingebunden werden bei einer solchen Entscheidung. 

Architektin Pleuger weiß, dass „unser ehemaliges Krankenhaus uns alle zu bewegen scheint und als leer stehende Immobilie kein Aushängeschild für Altena ist“. Aber der Investor aus Luxemburg sei ein Bauherr, „der mit einer ortsansässigen Architektin und ortsansässigen Handwerkern das leer stehende Gebäude auf Vordermann bringen möchte. Er würde siebenstellige Beträge investieren – wozu er durchaus in der Lage ist – und wieder Leben und Arbeitsplätze in das Gebäude bringen“. 

"Viel Überzeugungsarbeit leisten"

Sie sagt mit Blick auf die Kooperation mit der Stadtverwaltung, „dass wir jedoch noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, um das Vorhaben realisieren zu dürfen“. 

Unabhängig von den Plänen für einen Pflegekomplex sei bereits vor der Debatte, die Bürgermeisterkandidat Rösner bei Facebook losgetreten hatte, Kontakt zum Landeszentrum für Gesundheit in NRW bezüglich der Bereitstellung von Corona-Betten hergestellt worden, betont die Architektin. „Die Einschätzung der Nutzungsmöglichkeit wird derzeit geprüft“, sagt sie. 

Diese Anfrage bestätigt Melanie Pothmann, Pressesprecherin des Landeszentrums Gesundheit in NRW. Da jedoch das Gesundheitsministerium zuständig sei, wurde die Mail dorthin weitergeleitet.

Pforte besetzt

 „Außerdem möchte ich die Aussage korrigieren, dass die Pforte nicht besetzt wäre. Die Pforte ist besetzt, Kontrollgänge werden regelmäßig unternommen“, betont die Architektin. Grundsätzlich hofft sie mit Blick auf St. Vinzenz, „dass Altena diese Chance nutzt und dieses finanzstarke Unternehmen, das viel Geld in Altena lassen möchte, nicht vergrault."

Lesen Sie auch:

Kürzlich waren Einbrecher im alten Krankenhaus: Der Diebstahl wirft Fragen auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare