Sanierung von zwei Altenheimen

Altes Krankenhaus: Einzug von 175 Senioren verzögert sich massiv

Im alten St.-Vinzenz-Krankenhaus  in Altena haben Diebe Röntgengeräte gestohlen.
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Im alten St.-Vinzenz-Krankenhaus sollen 175 Senioren auf Zeit wohnen.

Es wird noch dauern, bis das alte Krankenhaus in Altena reaktiviert wird und 175 Senioren aus zwei Altenheimen in Altena und Neuenrade einziehen werden. Es fehlen noch immer Genehmigungen. Das Projekt verzögert sich massiv.

Altena – Der Umzug der Senioren aus dem Ellen-Scheuner-Haus in Altena und aus dem evangelischen Altenzentrum in Neuenrade in das ehemalige Krankenhaus St. Vinzenz verzögert sich deutlich. Das bestätigt Ralf Lohscheller, Leiter des Perthes-Geschäftsbereiches Altenhilfe Süd. Ursprünglich hätten die rund 175 Senioren bereits im Spätsommer ins alte Krankenhaus ziehen sollen. Nun hofft Lohscheller auf einen Umzug zum Jahresende. Bestenfalls.

Die Modernisierungen in den Perthes-Heimen in Neuenrade und Altena sind erforderlich, weil der Gesetzgeber verlangt, dass bis Juli 2023 insgesamt 80 Prozent der Zimmer in Pflegeeinrichtungen Einzelzimmer sein müssen. Außerdem muss die Zahl der Badezimmer deutlich erhöht werden.

Neuer Termin für Umzug unklar

„Das bedeutet natürlich einen großen Eingriff in die Substanz“, sagt Lohscheller, weshalb man sich entschieden habe, nicht im laufenden Betrieb zu arbeiten. Damit nehme man Rücksicht auf die Bewohner. „Und wir wollen schnell arbeiten.“

Noch im Mai hatte Lohscheller gesagt, der Umzug zur Bornstraße sei für den Spätsommer geplant. Ein Zeitpunkt, der offenbar auf optimistischer Planung beruhte. „Ich würde ja gerne konkreter werden“, sagt der Gebietsleiter mit Blick auf ein neues Umzugsdatum, aber das sei schwierig.

Als neuer Termin gilt nun Dezember oder Januar, doch das sei „nicht gesichert. Natürlich werden wir nicht über Weihnachten umziehen“, betont er. Auswirkungen auf den laufenden Betrieb der beiden Altenheime habe der verzögerte Umzug nicht. Es geht um 100 Heimplätze in der Burgstadt und noch einmal 75 in Neuenrade.

Brandschutzkonzept wird geprüft

Der Grund für die Verzögerung: Es fehlt eine gültige Baugenehmigung für den Vinzenz-Komplex. Diese gab es natürlich für das St.-Vinzenz-Krankenhaus, das in den 1980er Jahren eröffnet und im Januar 2017 geschlossen wurde. Die Baugenehmigung sei aber erloschen, weil inzwischen die Brandmeldeanlage nicht mehr funktionsfähig sei, erklärte Roland Balkenhol, Abteilungsleiter Bauen und Planen bei der Stadtverwaltung im Februar 2021. Die gibt es bis heute nicht. Denn: .„Wir haben bisher keinen vollständigen Antrag vorliegen“, sagt Balkenhol.

Es komme bei dieser Angelegenheit, die Balkenhol zuvor als „sehr komplex“ beschrieben hatte, auf ein gutes Zusammenspiel zwischen Eigentümer, Mieter und Planern an. Es gehe auch um die Frage, „wer was macht und wer was bezahlen muss“. Ein Brandschutzkonzept – es ist Voraussetzung für die Genehmigung – habe man mittlerweile vorgelegt, sagt Ralf Lohscheller. „Es befindet sich in der Prüfung.“

„Enge Absprachen“ mit Krankenhaus-Eigentümer und Stadt

Am Mittwoch (22. September) gab es einen weiteren sogenannten „Jour fixe“ zur Besprechung der nächsten Schritte mittels Videokonferenz. Mit der Baubehörde und dem Vermieter liefen die Gespräche gut, konstatiert Lohscheller. Eigentümer von St. Vinzenz ist die Lone Ranger Investments S.A. aus Luxemburg, die wiederum zur irischen Comer Group gehört.

Es gebe natürlich „enge Absprachen“, berichtet der Perthes-Gebietsleiter. „Weil wir mit Altenheimen mehr Erfahrung haben.“ Im Wesentlichen gehe es derzeit um die Abstimmung zwischen dem Vermieter und der Stadt. „Wir als Perthes müssen abwarten.“

Und auch, wenn die Genehmigungen vorliegen, erwartet Lohscheller mit Blick auf Lieferfristen und Handwerkertermine weitere Schwierigkeiten. „Das Hochwasser hat die Lage nicht verbessert.“

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