Alternative in der Kinderbetreung

Marion Battista machte auf neue Wege der Kinderbetreuung aufmerksam.

ALTENA ▪ Das Kinder-Tagespflegebüro der Awo Iserlohn hat sich am Dienstagabend im Jugendhilfeausschuss als Alternative zur Betreuung in Kindertagesstätten vorgestellt. Mitarbeiterin Marion Battista skizzierte für das Gremium den Werdegang der Einrichtung, die 2009 ins Leben gerufen worden war. Hauptaufgabe ist die Beratung zum Thema Tagespflege und die Vermittlung geeigneter Tagesmütter.

Insbesondere für Eltern von Kindern unter drei Jahren sei das Angebot interessant, sagte Battista. Derzeit arbeitet die Einrichtung mit 60 Tagesmüttern und -vätern zusammen und koordiniert 160 Betreuungsverhältnisse. Immerhin 98 Prozent der Tagesmütter haben in Iserlohn Vertretungskräfte. Man verzeichne eine „sehr hohe Nachfrage“, so Battista – auch von Menschen, die nicht in Iserlohn wohnen. Gerade in den so genannten Randzeiten beweise die Tagespflege ihre Stärken. Selbst eine Über-Nacht-Betreuung ist möglich.

Die Awo-Mitarbeiterin beschrieb die Voraussetzungen für eine Qualifikation als Tagesmutter – hier liegt mittlerweile eine hoße Messlatte an – und schilderte den Alltag und die Abläufe in der Kinder-Tagespflege. Eine recht neue Form stellt die so genannte Großtagespflege da. Anders als bei einer einzelnen Tagesmutter, die maximal fünf Kinder betreuen kann, schließen sich bei der Großtagespflege bis zu drei Tagesmütter zusammen. Sie können sich dann um bis zu neun Kinder kümmern. Diese Gemeinschaften mieten in der Regel Räume an.

„In der Vergangenheit“, sagte Marion Battista in einem Rückblick, sei mit der Tagespflege „viel Unfug“ getrieben worden. Heute gebe es klare Voraussetzungen und Bedingungen: 160 Unterrichtsstunden und Hospitation bei einer Tagesmutter, ein Kursus über Erste Hilfe am Kind sowie ein ärztliches Attest und ein polizeiliches Führungszeugnis werden erwartet.

Ein Lob für das Tagespflegebüro gab es von Björn Uhr (CDU). Er sagte: „Es gefällt mir sehr gut, wie sorgsam die Tagesmütter ausgewählt werden.“

In der gleichen Sitzung hatte der Jugendhilfeausschuss über künftig mögliche Erweiterungen der U3-Betreuung in den Kindertagesstätten im Stadtgebiet beraten. Dabei war auch beschlossen worden, dass zur Ergänzung des Angebotes in den Kitas und zur Flexilbilisierung „eine Ausweitung der Tagespflege unter Einbeziehung weiterer Kooperationspartner“ angestrebt wird. ▪ tk

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