Obelix im Kampf gegen die Elodea

Dahler Rückepferd wird an Bootssteg an der Sorpe eingesetzt

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Florian Herrmann ging behutsam am Kopf des Wallachs mit, um ihn an die besondere Situation zu gewöhnen. Obelix hat aber prima mitgemacht.

Altena - „Obelix ist jetzt ein Seepferdchen!“ lacht Florian Herrmann. Der Dahler und sein Rückepferd hatten am Samstag einen besonderen Arbeitseinsatz an der Sorpetalsperre. 

Der Bootssteg der Segelschule Sailpoint war dermaßen mit Wasserpestalgen umwachsen, dass dort kaum noch mühelos Wassersport betrieben werden konnte. Die Betreiber riefen um Hilfe - und Obelix reagierte heldenhaft.

„Zu Wasser kann man sich ja nicht mal eben aus einem dicht bewachsenen Gestrüpp freischlagen, wie im Urwald!“ berichtet Florian Herrmann, der seit gut anderthalb Jahren seinen Wallach zum Rückepferd ausbildet. 

"Da mussten wir uns vorsichtig herantasten"

„Obelix ist allerdings nur bewaldetes Gebiet gewohnt. Bis Sonntag hatte das Pferd noch nie ein offenes Gewässer in freier Natur gesehen. „Da mussten wir uns vorsichtig herantasten!“ 

Auf die Talsperre reagierte Obelix positiv. „Das größte Problem war, wie wir diese langen Algen aus dem Wasser kriegen sollten. Da musste ich mir erst mal was einfallen lassen...“ 

Florian Herrmann nutzte schließlich ein einen Meter langes Rundholz und befestigte im Halbkreis eine lange Kette daran. „Die Idee war, dass die Kette auf den Grund geht und sich die Algen in ihr verfangen. Das hat im ersten Versuch gut geklappt!“ freut sich der Dahler. 

Allerdings ging er diesmal am Kopf seines Pferds entlang, um ihm die ungewohnte Situation zu erleichtern. Üblicherweise gibt Florian Herrmann die Kommandos beim Ziehen hinter seinem Pferd. Auf den gewohnten Waldstrecken reagiert das süddeutsche Kaltblut darauf super, wenn es Baumstämme mit sicherem Schritt aus dem Forst heraus transportiert. 

"Wir müssen auf jeden Fall nochmal wiederkommen"

Jede Menge Zuggänge waren nötig, um den Bootssteg vom gröbsten Unkraut zu befreien. „Wir müssen auf jeden Fall noch mal wiederkommen und ich muss mir vielleicht noch ein verbessertes Erntegerät ausdenken, um mehr Algen hinauszubekommen“, erklärt Florian Herrmann. 

Unterstützt wurde er von Ehefrau Nicole, denn dem Pferd wurde jedes Mal das Kutschgeschirr neu angelegt, wenn ein „Erntegang“ erledigt war. Zudem muss das Pferd zu seinen Arbeitseinsätzen immer neu motiviert werden. Eine große Portion Heu ist immer dabei. 

„Getrunken hat Obelix dann am Ende sogar aus der Sorpe. Er hatte sichtlich Spaß an der Talsperre gefunden.“ 

Eine dauerhafte Lösung zur Bekämpfung der Elodea, wie die Wasserpest botanisch korrekt bezeichnet wird, ist dieser unkonventionelle Einsatz allerdings nicht: „Um ganz schnell ganz viel von diesen Ranken aus dem Wasser zu holen, müsste man mit Traktor und Egge anrücken, was aber Wiese und Gewässer nicht besonders gut täte. 

Trotzdem würde die Pflanze nachwachsen, weil sie durch die gute Wasserqualität perfekte Wachstumsbedingungen hat“, erklärt Florian Herrmann. Weil die Sonne durch das klare Wasser bis zum Grund der Talsperre durchkommt, hat die Elodea leichtes Spiel. 

"Elodea hat kaum Fressfeinde"

„Sie ist hier auch ursprünglich gar nicht beheimatet gewesen, sondern aus Kanada nach Europa gekommen. Sie hat kaum Fressfeinde und macht in vielen attraktiven Badegewässern Wassersport unmöglich.“, so Herrmann. 

Geschätzt wird die Elodea vereinzelt wegen ihrer starken photosynthetischen Aktivität: Bei Sonneneinstrahlung sind perlschnurartig aufsteigende Luftbläschen an den Ranken zu beobachten, was für sauerstoffarme Gewässer eine Belebung ist. 

Der Ruhrverband, zu dem auch die Sorpe gehört, kämpft gegen sie: Er hat für die von ihm betriebenen Anlagen extra ein Mähboot angeschafft. Ihr tierischer Beseitiger Obelix hat am Sonntag aber mal von der Elodea gekostet. „Die Pflanze hat ihm sogar geschmeckt!“ erklärt Florian Herrmann lachend.

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