13-Jährige hatte sich die anzüglichen Sprüche und das gezielte Angrabschen nicht gefallen lassen

Altena: 20-Jähriger wegen sexueller Belästigung verurteilt

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20-jähriger hatte ein 13-jähriges Mädchen in einem Bus mit üblen sexuellen Fragen und Angeboten überzogen und anschließend unsittlich berührt.

Altena - Bilder einer Überwachungskamera halfen dabei, einen 20-jährigen Altenaer zu identifizieren, der in einem Bus der Linie 37 während der Fahrt durch die Rahmede ein 13-jähriges Mädchen mit üblen sexuellen Fragen und Angeboten überzogen und anschließend unsittlich berührt hatte.

„Ich habe mir gedacht, ‘was habe ich denn da gemacht’“, legte der Angeklagte im Amtsgericht Altena im Prinzip ein Geständnis ab. Denn wirklich erinnern könne er sich nicht mehr an seinen Übergriff, versicherte er. 

Grund lag im Alkohol 

Der Grund lag im Alkohol. Er habe in Hagen gefeiert, in Altena noch mit Wodka nachgefüllt, und dann habe der Tag so geendet, „wie die Frau das gesagt hat“. 

„Die Frau“ war die Staatsanwältin, und sie hatte offenbar gute Gründe, dem Angeklagten den sexuellen Missbrauch eines Kindes unter 14 Jahren vorzuwerfen. 

Die 13-Jährige hatte sich die anzüglichen Sprüche und das gezielte Angrabschen nicht gefallen lassen und war mit einer Freundin zur Polizei gegangen. Vor Gericht musste sie glücklicherweise nicht erscheinen, weil die Einlassung des 20-Jährigen als Geständnis gelten konnte. 

„Im Grunde läuft es sehr gut“, erinnerte Richter Dirk Reckschmidt den Angeklagten daran, dass er ohne Schulabschluss derzeit die große Chance einer Ausbildung nutzt. Wenn da nur der Alkohol nicht wäre. 

Die entsprechende Mahnung an den 20-Jährigen fiel entsprechend eindringlich aus: Einen Paragrafen aus dem Bereich der Sexualdelikte im Register der Straftaten zu haben sei „ziemlich unangenehm“, erklärte Richter Dirk Reckschmidt. 

Geldstrafe von 1000 Euro 

Reifeverzögerungen konnten bei dem 20-Jährigen nicht ausgeschlossen werden. Und so wurde er nach dem Jugendstrafrecht zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt. 

600 Euro gehen an das Kinderhospiz Balthasar in Olpe, 400 Euro sollen als kleine Entschädigung an die 13-Jährige fließen. Alle Beteiligten gingen aufgrund des exzessiven Alkoholkonsums des Angeklagten von einer verminderten Schuldfähigkeit aus.

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