Geringe Abgabequote von Schusswaffen

Altena: Kaum Interesse an Amnestie

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Schusswaffen können straffrei bei der Polizei abgegeben werden. Die Märker machen davon aber wenig Gebrauch.

Altena - Die Resonanz muss bisher als überschaubar beschrieben werden. Im Juli ist bundesweit das geänderte Waffengesetz in Kraft getreten. 

Eigentümern von nicht rechtmäßig besessenen Waffen und Munition wird darin für den Zeitraum von zwölf Monaten eine Amnestie eingeräumt, wenn sie die Waffen abgeben. 

Das heißt, dass diese Waffen und Munition straffrei bei der Polizei abgegeben werden können. Ziel ist es, die Anzahl der Waffen in der Bundesrepublik zu reduzieren. 

Waffenamnestie soll Anreiz schaffen 

Die sogenannte Waffenamnestie soll hierfür einen Anreiz schaffen. Bereits 2009 konnten Waffen auf diese Weise straffrei bei den zuständigen Behörden abgegeben werden. 

Im Gegensatz zu 2009 ist es jetzt aber nicht mehr möglich, illegal besessene Waffen an Personen zu verkaufen, die im Besitz einer Waffenbesitzkarte sind. 

Sowohl Waffen als auch Munition werden auf jeder Polizeidienststelle angenommen. Von dort aus wird die Vernichtung veranlasst. Zuständig dafür ist übrigens das LZPD, das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste in Düsseldorf. 

In Pressemeldungen zur Neuregelung hatte die Polizei einen interessanten Hinweis gegeben: „Bei der Abgabe größerer Mengen wird um die vorherige Kontaktaufnahme gebeten.“ Die Polizei bat darum, die Waffen aus Rücksicht auf die übrigen Bürger nicht offen sichtbar und getrennt von der Munition zu den Abgabestellen zu transportieren. 

Drei Waffen haben Weg zur Behörde gefunden 

Im Märkischen Kreis ist man von einer solchen Lage jedenfalls weit entfernt. Marcel Dilling, Sprecher der Kreispolizeibehörde, hatte Anfang des Monats „genau Null“ Resonanz auf das Amnestie-Angebot. Mittlerweile haben jedoch immerhin drei Waffen den Weg zur Behörde gefunden. 

Auch Unter Hinweis auf die Regelung aus 2009 sagt Dilling, dass es den Personen, die Waffen abgeben, häufig darum gehe, diese „loszuwerden“, etwa nach einem Erbfall. 

Interessant: Im Märkischen Kreis sind derzeit 33 881 Schusswaffen registriert. Bei 417 000 Einwohnern besäßen also rund acht Prozent der Einwohner je eine Waffe. Allerdings werden dabei alle „erlaubnispflichtigen Schusswaffen“ gezählt, also z. B. auch Schreckschusspistolen. In Altena sind 407 Waffen registriert, in Nachrodt-Wiblingwerde 179.

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