Altenas Trinkwasser wird laufend kontrolliert

Trinkwasser ist ein kostbares Gut – in Altena wird die Aufbereitung ständig kontrolliert.

ALTENA - Keime im Trinkwasser – was zurzeit die Bürger im benachbarten Hemer beunruhigt, kann immer und überall passieren.

Wichtig sei, wie man dann damit umgeht, erklärt Ralf Berlet von den Stadtwerken Altena. Dort führt man eine „to do-Liste“, in der Maßnahmen für alle nur denkbaren Fälle von Störungen in der Trinkwasserversorgung festgelegt sind. „Die Ereignisse in Hemer waren für uns Anlass, diese Liste noch einmal zu überprüfen“, sagt Berlet.

Die Stadtwerke haben die Zahl der Trinkwassergewinnungsanlagen im Laufe der letzten Jahre stark zurückgefahren. Wasserwerke gibt’s jetzt nur noch an der Springer Quelle und unterhalb der Fuelbecker Talsperre. Das spart Kosten und vereinfacht die vorgeschriebenen, regelmäßigen Kontrollen. Die Kehrseite der Medaille: Fällt eine dieser Anlagen aus welchen Gründen auch immer aus, dann wird das Wasser knapp. Zumindest theoretisch – in der Praxis würde dann über eine eigens zu diesem Zweck gebaute Leitung Iserlohner Trinkwasser nach Altena befördert, erläutert Stadtwerke-Chef Marc Bunse. Solche Verbünde seien gerade bei Störungen im Wassernetz sehr wichtig.

Und wie merkt das Unternehmen, dass etwas nicht stimmt? Im schlimmsten Fall durch Hinweise von Bürgern, die gesundheitliche Probleme auf den Genuss von Trinkwasser zurückführen. In solchen Verdachtsfällen würden natürlich sofort Proben genommen, zitiert Berlet aus seiner Maßnahmenliste. Allerdings: Bis die ausgewertet seien, gingen bis zu drei Tage ins Land – bakterielle Verunreinigungen lassen sich erst dann erkennen, wenn entsprechende Kulturen angelegt worden sind.

„Wir kontrollieren mehr, als wir müssten“ – auf diese Aussage legt Marc Bunse großen Wert. Die Trinkwasserverordnung schreibt vor, dass an genau definierten Stellen des Leitungsnetzes regelmäßige Proben entnommen und durch Fachleute analysiert werden müssen. Die Stadtwerke haben damit das Hygieneinstitut in Gelsenkirchen beauftragt und liefern dort neben den Proben aus dem Netz auch solche an, die direkt in den beiden Aufbereitungsanlagen entnommen wurden. So lasse sich im Falle eine Falles leichter und schneller eingrenzen, wo es zu der Verunreinigung komme, erklärt Berlet.

Die größten Sorgen machen sich die „Wasserwerker“ um Kolibakterien. Deswegen wird sowohl dem Fuelbecker Wasser als auch dem in der Springer Quelle regelmäßig und vollautomatisch eine Chlorverbindung beigemischt. Ausgefeilte Technik sorgt dafür, dass es dabei keine Pannen geben kann: Jede Störung wird vollautomatisch auf Berlets Handy oder dem anderer Notdienstler der Stadtwerke angezeigt. Reagieren sie nicht umgehend auf solche Warnungen, wird die Wasserversorgung durch die Anlage automatisch gestoppt.

von Thomas Bender

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare