Bücherei auf neuen Wegen

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Holger Wolf (rechts) und Hendrik Siebecke kamen mit Schecks, Dr. Frank Leienbach (links) hat überweisen. Insgesamt kamen 3300 Euro zusammen, die Büchereileiter Gusik für Medienboxen ausgeben kann.

ALTENA -  Der Bücherei gehen die Kinder und Jugendlichen von der Fahne. Obwohl sie keine Benutzungsgebühr bezahlen müssen, sank die Zahl der Nutzer unter 18 Jahren im vergangenen Jahr um etwa zehn Prozent.

Die Entwicklung ist zum einen natürlich der rückläufigen Kinderzahl geschuldet. Büchereileiter Antonius Gusik führt sie aber auch auf die dramatisch veränderte Mediennutzung der „Generation Facebook“ zurück. Ein weiterer Grund könnte darin liegen, dass immer längere Unterrichtszeiten einfach weniger Zeit zum Lesen lassen.

„Kampflos“ wollen weder der Büchereileiter noch die Altenaer Kommunalpolitik diese Entwicklung hinnehmen. Es soll vielmehr versucht werden, aus dem auch in der Bücherei vorhandenen Sparzwang das Beste zu machen. Anstehende Umstrukturierungen sollen auch dazu dienen, die Einrichtung zur „interkulturellen Familienbibliothek“ weiterzuentwickeln. Schon heute zähle er viele Eltern mit Migrationshintergrund zu seinen Lesern, berichtet Gusik. Dabei handele es sich offensichtlich um Menschen, die den Wert des Lesens für die Sprachentwicklung erkannt hätten und deshalb darauf achten, dass ihre Kinder zum Buch greifen.

Gusik hofft, dass sich dieser Trend ausbauen lässt. Deshalb kann er dem Beschluss, die Romanabteilung im Erdgeschoss zu verlagern und den dadurch frei werdenden Raum für die Arbeit des Jugendamtes zu nutzen, auch positive Seiten abgewinnen: „Vielleicht kommen dadurch ja Menschen zu uns, die unser Angebot bisher noch gar nicht richtig kennen“, sagte er gestern.

Abwarten allein reicht aber nicht aus – die Bücherei geht auch in die Offensive. Etwa mit ihren Medienboxen: Dieses Angebot für Schulen und Kindergärten gibt es schon lange, es wird jetzt ausgebaut. Medienboxen enthalten Bücher zu bestimmten Themenfeldern, meist rund 25 Stück, und können von Schulen und Kindergärten angefordert werden. Das laufe so gut, dass das Angebot ausgeweitet werden müsse, berichtete der Diplom-Bibliothekar gestern. Nur: Neue Bücher sind teuer, der Medienetat hingegen ist begrenzt.

Dass Gusik trotzdem gut 200 Bücher zu Themenfeldern wie „Afrika“, „Gefühle“ oder „Ritter“ kaufen konnte, ist verschiedenen Sponsoren zu verdanken. Da ist zum einen der Förderverein mit Dr. Frank Leienbach an der Spitze, der stets gerne hilft, aber das erforderliche Investitionsvolumen in Höhe von rund 3300 Euro allein nicht stemmen konnte. Deshalb sprangen Sparkasse (2000 Euro) und Stadtwerke (600 Euro) in die Bresche.

Die Nachfrage nach den Boxen nehme zu, berichtete Stefan Kemper, der seitens der Stadt für die Unterstützung dankte. „Wir wollen damit auch ein Signal setzen, dass für uns die Kinder und Jugendlichen nach wie vor ein sehr, sehr wichtiger Bestandteil der Leserschaft sind“. - ben.--

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