Altenas Praktikanten pendeln

Praktikanten von Altenaer Schulen zieht es oft in andere Städte.

ALTENA - 46 Realschüler aus Altena absolvieren derzeit ihr Praktikum – die Hälfte davon arbeitet jetzt außerhalb. Von Thomas Bender

Das ist nicht unüblich, weiß Sabine Manzel, die Praktikumsbetreuerin. Zum einen stehen auch bei den Realschülern Berufe im Dienstleistungsbereich hoch im Kurs. Da stehen die Chancen in Lüdenscheid und Iserlohn eben deutlich besser als in Altena. Eine Rolle spiele oft auch, dass Eltern oder andere Verwandte bei der Suche nach einer Praktikumsstelle behilflich seien. Wenn die schon Pendler seien, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch das Praktikum in einer der Nachbarstädte absolviert werde, sagte die Lehrerin gestern.

Ganz glücklich ist das Kollegium der Realschule über diese Entwicklung nicht – man wünsche sich von den Schülern mehr Interesse an der in Altena ansässigen Industrie, stellt Sabine Manzel fest. Deshalb plane die Schule, die Zusammenarbeit mit den Firmen am Ort zu intensivieren und Schüler dazu zu ermutigen, dort ihr Praktikum zu machen.

Ganz ähnlich sieht das Annette Gerhards. Sie betreut die Praktikanten der Hauptschule. Unter denen sei der Drang nach außerhalb nicht ganz so ausgeprägt, sagt sie und berichtet auch, dass es durchaus möglich sei, in Altena 90 Hauptschülern eine Praktikumsstelle zu besorgen. Nicht besonders ausgeprägt sei unter denen jedoch die Bereitschaft, sich eine Stelle in der Industrie zu suchen – und wenn, dann hätten die Schüler oft illusorische Vorstellungen. „Wir achten aber darauf, dass die Schüler im Praktikum das machen, was für sie später auch in der Realität möglich ist“, berichtet Gerhards. Das bedeute dann eben auch, dass man dem einen oder der anderen den Praktikumsplatz im Drahtzug „ein bisschen schmackhaft machen muss“. Die Hauptschule arbeitet eng mit der Firma Lüling zusammen – deren Geschäftsführer Peter Wilm Schmidt bekräftigte gestern, dass diese Firma großes Interesse an dieser Kooperation habe und Praktikanten natürlich offen stehe.

Für seine Schüler sei es oft schwer, in Altena einen Praktikumsplatz zu finden, der mit dem aktuellen Berufswunsch in Einklang stehe. Das berichtete gestern Hans-Ulrich Holtkemper, der kommissarische Leiter des Burggymnasiums. Deshalb suchen auch die Gymnasiasten oft außerhalb Altenas nach Stellen. Das sei für sie nicht immer ganz einfach, weil das Gymnasium seine Praktikumsphase, wie viele andere Schulen auch, in die Zeit vor den Halbjahreszeugnissen gelegt hat und die Konkurrenz um die Plätze dementsprechend groß ist, sagte Holtkemper auf Anfrage der Redaktion.

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