Uwe Kober läuft sich warm

Uwe Kober im Lennestein
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Uwe Kober nach seinem Wahlsieg am 13. September.

Uwe Kober muss sich erst noch an sein neues Amt gewöhnen, aber das hat ja auch noch etwas Zeit: Zwar wurde er am 13. September zum neuen Altenaer Bürgermeister gewählt, antreten wird er dieses Amt aber erst am 2. November.

Altena - An diesem Tag steht seine Vereidigung in der ersten Ratssitzung der neuen Legislaturperiode an – Corona-bedingt findet sie wohl im Lennestein statt. Die feierliche Verabschiedung seines Vorgängers Dr. Andreas Hollstein wird dort eine der ersten Amtshandlungen des neuen Bürgermeisters sein. Am 3. November zieht Kober dann in dessen Büro im Zimmer 12 des Rathauses ein. Sein Vorgänger räume bereits die Schränke aus, ansonsten habe Hollstein Urlaub, berichtet Kober.

„Ich brauche da eine große Pinnwand“, weiß der Neue schon heute und zeigt auf einen Stapel gelber Zettel, auf denen er sich alle möglichen Notizen macht. Seit seiner Wahl träten immer wieder Bürger mit großen und kleinen Sorgen, mit Anregungen und auch mit Beschwerden an ihn heran, berichtet der CDU-Politiker.

Anstrengende Doppelbelastung

Im Grunde tanzt Kober im Moment auf wenigstens zwei Hochzeiten. Da ist zum einen das Bürgermeisteramt, auf das er sich bestmöglich vorbereiten will – „ich kann mich ja schlecht am 2. November dahinsetzen und fragen, was ich jetzt machen soll“. Zum anderen ist er aber bis Monatsende Mitarbeiter der Vereinigten Sparkasse, deren Immobilienabteilung er leitet. Mit seinem Arbeitgeber hatte er abgesprochen, dass er bis zur letzten Woche uneingeschränkt zur Verfügung stand. Das sei eine Doppelbelastung gewesen, die ihn gefordert habe, gesteht er: „Abends war ich ziemlich früh im Bett“.

Und morgens ziemlich früh wieder auf den Beinen – im Rathaus war man erstaunt, als Kober am Montagmorgen um 8 Uhr aufschlug, um an der Sitzung des Verwaltungsvorstandes teilzunehmen. „Dabei war ich vorher schon in meinem Büro in der Sparkasse“, sagt er.

Gast im Verwaltungsvorstand

Der Verwaltungsvorstand ist das Spitzengremium der Stadtverwaltung. Die Runde der Abteilungsleiter tagt jeden Montagvormittag, Kober nimmt seit seiner Wahl als Gast daran teil, um ein Gespür dafür zu bekommen, was auf ihn zukommt. Ganz wichtiger Ansprechpartner sei für ihn natürlich Stefan Kemper, betont Kober. Erfahren, loyal, einsatzfreudig – das sind die Attribute, die er für den stellvertretenden Chef der Stadtverwaltung findet. Beruhigend sei es für ihn, diesen Mann an seiner Seite zu wissen.

Dabei ist das, was auf ihn zukommt, natürlich nicht ganz neu für ihn. Immerhin ist er seit 1999 Ratsmitglied, seit 2017 steht er an der Spitze der CDU-Fraktion. Formell tut er das immer noch, überlässt dieses Feld aber seinem designierten Nachfolger Helmar Roder und dessen Stellvertretern. Der neue Fraktionsvorstand hat auch die Sondierungsgespräche mit den anderen Ratsfraktionen geführt – „da habe ich mich rausgehalten“, sagt Kober.

Was wird aus dem Neujahrsempfang?

Trotzdem hält er natürlich Kontakt zur Politik, nicht nur zur CDU: Die erste interfraktionelle Sitzung hat er schon hinter sich, weitere werden bis zur konstituierenden Ratssitzung noch folgen. Wie groß sollen die Ausschüsse sein? Wer beansprucht welchen Ausschussvorsitz? Das sind einige der Themen, die besprochen werden müssen. Gemeindeordnung, Hauptsatzung, Geschäftsordnung, Ehrenordnung – Kober hat einiges zu lesen, um gut vorbereitet in diese Sitzungen zu gehen, auf denen es auch um Terminfragen geht. So muss der Zeitplan für die Haushaltsplanberatungen festgezurrt werden. Angedacht ist eine Einbringung im Dezember und die Beratung und Verabschiedung dann im Februar. Auch um den Neujahrsempfang macht Kober sich schon jetzt Gedanken – „so wie bisher kann der bei Corona nicht stattfinden“, meint er. Auch das sei ein Thema, das zügig geklärt werden muss – und zwar von ihm.

Neben den Montagvormitttagen hat Kober auch mittwochs einige Stunden für die Vorbereitung auf das Bürgermeisteramt freigeschaufelt, um beispielsweise die Mitarbeiter des Rathauses besser kennenzulernen. Vom Sehen kenne er fast alle, etwa die Hälfte auch näher. Auch mit Manfred Haupt (Baugesellschaft), Hendrik Voss (Stadtwerke) und Robert Groppe (Bauhof) will er so schnell wie möglich Gespräche führen.

Rathaus braucht mehr Mitarbeiter

Apropos Feuerwehr: „Es besteht ja wohl Einigkeit darüber, dass die Leitung der Feuerwache endlich wieder besetzt werden muss“, stellt Kober fest – seit Udo Winter vor über fünf Jahren verabschiedet wurde, ist dieser Posten vakant. Überhaupt müsse der Stellenplan einer kritischen Würdigung unterzogen werden, meint der neue Bürgermeister mit Hinweis auf eine Reihe von Baustellen, die er sieht. Dazu zählt er zum Beispiel das Stadtmarketing, die Tourismusförderung oder auch den Bürgerservice. Digitaler müsse die Verwaltung werden, meint Kober – an der einen oder anderen Stelle werde aber wahrscheinlich auch mehr Personal benötigt.

Nicht nur für Uwe Kober selbst bedeutet die Wahl zum Bürgermeister einen Einschnitt, sondern auch für manchen Bürger. Das neue Stadtoberhaupt macht gerade die Erfahrung, dass es bei vielen Menschen eine gewissse Ehrfurcht vor diesem Amt gibt und dass mancher ihm jetzt scheu und zurückhaltend gegenüber tritt – „selbst Bekannte haben mich schon gefragt, wie sie mich jetzt ansprechen sollen“, berichtet er. Als er jetzt Gast einer Konfirmation war, machte er sogar die Erfahrung, dass andere Teilnehmer sich gar nicht trauten, Kontakt zu ihm aufzunehmen. „Dabei bin ich doch kein anderer als sonst“, wundert er sich.

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