Altenas Hoteliers leben von Monteuren

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Durchaus zufrieden ist Katica Bacevic vom Hotel zum Markt mit den Übernachtungszahlen.

ALTENA - Die Hoteliers der Stadt leben zum Großteil von Monteuren. Von Gästen, die wegen der Schönheit der Landschaft oder anderen Gründen an die Lenne fahren, könnten die insgesamt neun beim Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (LDS) gemeldeten Betriebe mit ihren 317 Betten (Vorjahr 318 Betten) nicht leben. Das beweisen die neuen Zahlen des Landesamtes für das vergangene Jahr, die jetzt vorliegen.

So sank in 2011 die Zahl der Übernachtungen stadtweit auf 23 339, im Vorjahr waren es noch 24 121 gewesen. Das entspricht einem Minus von 3,2 Prozent. 1,8 Nächte (Vorjahr 1,9) verbrachte der Durchschnittstourist oder –geschäftsreisende bei seinem Aufenthalt in Altena in den hiesigen Beherbergungsbetrieben. Sie waren unter dem Strich damit nur zu 21,6 Prozent ausgelastet(Vorjahr 22,1 Prozent). In diesen Zahlen sind die zahlreichen Ferienwohnungen, die in Altena zur Verfügung stehen, nicht eingerechnet.

Lichtblick am Horizont: Mit insgesamt 13 231 Gästeankünften in Altena gab es gegenüber dem Vorjahr (12 640) immerhin ein statistisches Plus von 4,7 Prozent.

Kreisweit ist die Entwicklung verhalten positiv: Die Zahl der Gäste nahm gering zu und lag im vergangenen Jahr bei 205 878 gegenüber 202 124 Gästen, was einem Plus von 1,9 Prozent gleich kommt.

Uwe Krischer, Leiter der Wirtschaftsförderung bei der Stadtverwaltung und damit auch für Tourismus zuständig, sieht die LDS-Zahlen jedoch nicht als dramatisch an. Für ihn sind die ermittelten Daten allenfalls „ein grober Anhaltspunkt und mit Vorsicht zu genießen.“ Im Rathaus nehme man die Zahlen zur Kenntnis, sie würden aber nicht interpretiert. Das wäre nämlich nach Krischers Ansicht so etwas wie „Kaffeesatzleserei“.

Für Reinhold Thun (Alte Linden, Dahle), spiegeln die Zahlen des Landesamtes die Realität gut wieder. Er klagt zwar nicht, setzt aber weiter auf den Aufenthalt von Monteuren und Geschäftsreisenden. Das hänge natürlich an der Wirtschaft, aber in Altena müsse auch viel und ständig gewartet werden.

Karl-Friedrich Spelsberg (Haus Spelsberg, Großendrescheid), sieht die Entwicklung „differenziert.“ Es habe sich viel getan in Sachen Tourismusförderung. „Die Bemühungen erkenne ich ausdrücklich an.“ Sein Haus partizipiere beispielsweise vom neuen Lenne-Radwegekonzept. Er setze auf den Burgaufzug und verbinde damit die Hoffnung, dass sich übernachtungstechnisch noch mehr tue.

Katica Bacevic (Hotel am Markt) „hat keinen Grund zur Klage. Es lief 2011 fast so, wie immer“, sagt sie. Auch ihr Hotel lebe aber zum Großteil von Monteuren.

Reinhard Fuchs (Bergheim) vertritt den größten Beherbungsbetrieb der Stadt. Er erfasste im letzten Jahr 4 380 Gäste, 8 051 Übernachtungen und 1 215 Tages-Tagungsteilnehmer. In seinen 104 Betten schliefen Schweizer (61), Niederländer (54), Belgier (264), Afrikaner (7), Briten (8), Amerikaner (4), Schweden (8) und Menschen aus der Karibik (8). Sein Fazit: „Hotel sehr gut – Tourismus steigerungsfähig.“

Diese Fakten sind umso interessanter, als dass die Zahl der ausländischen Gäste 2011 auf 1680 Personen (Minus 20,2 Prozent gegenüber 2010) fiel. Wer aber einmal hier war, blieb immerhin 2,3 Tage (Vorjahr noch 2,6 Tage.)

von Johannes Bonnekoh

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