Altenas Gericht hat noch zwei Azubi-Stellen frei

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Stehen für eine gute und qualifizierte Ausbildung am Amtsgericht Altena: Geschäftsleiter Ulrich Bückmann (vorne) und Ausbildungsleiter Lothar Schmitz.

ALTENA - Das Amtsgericht Altena sucht zwei neue Auszubildende. Damit eröffnen sich für junge Leute gute Chancen, in den Beruf des Justizfachangestellten einzusteigen. Die Ausbildung soll im Herbst 2012 beginnen. Obwohl die Angebote bereits Monate lang beworben werden und auch im Internet ausgeschrieben sind, haben sich bisher erst drei Interessenten gemeldet.

Das vergleichsweise kleine Amtsgericht Altena – insgesamt sind hier etwas mehr als drei Dutzend Mitarbeiter tätig – konkurriert im Landgerichtsbezirk Hagen mit weiteren sieben Gerichten. „Die sind allesamt deutlich größer als wir“, erläutern Geschäftsleiter und Rechtspfleger Ulrich Bückmann sowie Ausbildungsleiter Lothar Schmitz. Doch wer sich entscheidet, in Altena eine Ausbildung zu beginnen, „lernt die Arbeit an einem Gericht ganz sicher von der Pike auf“, ist sich das Duo sicher.

Seit dem 1. April 1961, als der damals noch Lehrling genannte Kanzleianwärter die Ausbildungstradition begründete, sind an der Gerichtsstraße 10 bis heute 152 Frauen und Männer ausgebildet worden. „Eine davon hat es sogar in den Konsulatsdienst nach Südafrika verschlagen“, erinnert sich Urgestein Lothar Schmitz. Er feierte erst kürzlich sein 40jähriges Dienstjubiläum am Ort.

Wer eine gute Mittlere Reife (Fachoberschul-Reife) abgelegt hat und sich zweieinhalb Jahre in die Ausbildung kniet, erlernt alles über den Beruf, der heute zahlreiche Parallelen zum Verwaltungsfachangestellten (Rathaus, Kreis, Finanzamt) aufweist. Mit einem guten Prüfungsergebnis ist es möglich, einen halbjährigen Lehrgang anzuschließen. Dann ist ein Wechsel in das Beamtenverhältnis möglich. Die Vergütung liegt anfangs bei „rund 700 Euro im Monat“ und steigt leicht bis zum Ende der Ausbildung.

Und was muss ein Justizfachangestellter leisten und können? „Früher gab es reine Kanzleitätigkeiten, das waren überwiegend Schreibarbeiten und eben den mittleren Dienst mit Publikumsverkehr und diversen Verwaltungsaufgaben.“ Heute – so erläutern Bückmann und Schmitz – seien Justizfachangestellte im Alltag oft die erste Kontaktperson für Bürger, die zum Gericht gehen. Sie erteilen Auskünfte, gewähren Akteneinsicht. Sie nehmen Anträge, Rechtsmittel, Rechtsbehelfe und Erklärungen auf. Sie führen Datenbanken, berechnen und überwachen Fristen und bearbeiten die ein- und ausgehende Post. Und sie fertigen Schriftstücke aus, beglaubigen Papiere, erstellen Verhandlungsprotokolle und erheben statistische Daten. „Das ist abwechslungsreich und keineswegs trocken.“ Ulrich Bückmann kann zwar keine Anschluss-Beschäftigung nach der Lehre versprechen. „Wir haben es aber bisher so gut wie immer geschafft, unsere Azubis zum Beispiel bei der Staatsanwaltschaft oder Finanzämtern unterzubringen.“ Bewerbungen sind noch bis zum 15. Oktober möglich – und zwar im Internet unter http://www.ag-altena.nrw.de

von Johannes Bonnekoh

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