Altenas-FPD-Chef spricht von Kasperle-Theater

Christian Lindner und FDP-Chef Philipp Rössler – die „Ehe² ist geschieden.

ALTENA - Immer wieder sei er in den letzten Tagen angesprochen worden: Das zerrissene Bild, das die Spitze der FDP auf Bundesebene abgebe, tue der Partei, aber auch dem Liberalismus, nicht gut. Das sagt FDP-Ortsvorsitzender und Ratsherr Bernhard Diel. Dass jetzt auch noch Generalsekretär Christian Lindner die Reißleine gezogen hat und zurücktrat, dafür bringt der Burgstädter kein Verständnis auf.

Diel selbst will keine Konsequenzen aus den Vorgängen auf Bundesebene ziehen. „Ich habe meinem Unmut aber per Mail gegenüber dem Kreisvorsitzenden Luft gemacht.“ Und er werde sich auch noch an den heimischen Bundestagsabgeordneten Johannes Vogel wenden, damit die da oben schon hörten, wie es an der Basis brodelte.

Parteichef Philipp Rössler kommt bei Diel zur Zeit nicht gut weg. Sein Statement zur laufenden Euro-Mitgliederbefragung in einer großen Boulevard-Zeitung hält er schlicht für „einen Fehler.“ Nach wie vor setzt der Ortsverband Altena aber auf Lindner – und – so stellt jeder beim Blick auf die aktuelle Homepage im Internet fest, auf seine Ideen. Viele fragten, so wird er hier zitiert, wozu es denn noch eine Partei brauche, die im Schnitt keine vier Prozent der Bevölkerung mehr hinter sich wisse. Diel gibt da auch für sich die Antwort, die Christian Lindner vorgab: „Die Piratenpartei hat nicht allein deshalb so großen Erfolg, weil sie den Erhalt der Freiheit auf ihre Fahnen geschrieben hat.“ Das aber sei das Haupt-Arbeitsfeld der FDP.

Das Parteichef Rössler wenigstens bei der Neubesetzung der Generalsekretärstelle sofort konsequent gehandelt habe, beweise ihm zum einen, dass Lindners Schritt vielleicht doch nicht so überraschend kam und zum anderen auch Führungstärke. Das lasse hoffen. Kommende Woche trifft sich die FDP zum Weihnachtsessen bei Mayweg. Ein Wunden-Lecken soll der Abend aber nicht werden. „Wir werden uns austauschen und resümieren, was wir in diesem Jahr für Altena bewegt haben.“ Das mit sich selbst beschäftigen im Bund müsse aufhören. „Das ist ja fast wie im Kasperle-Theater.“

von Johannes Bonnekoh

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