Rettungssanitäter und -Assistenten dringend gesucht!

Altenas Feuerwehr hat große Personalprobleme

+
Timo Rode vorne  ist Rettungssanitäter und Praxisanleiter bei der Feuerwehr. Ihm zur Seite steht Julian Kremer. Er hat eine Ausbildung zum Rettungsassistenten hinter sich.

Altena - Akute Personalnot herrscht auf der Feuer- und Rettungswache. So fehlen dem Team zurzeit fünf ausgebildete Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter. Eine Person verließ die Wache im Herbst vergangenen Jahres in Richtung Studium, zwei Frauen sind schwanger und damit nicht mehr einsatzbereit

Die Stadt handelte und schrieb jetzt „mehrere Rettungsassistenten (m/w) und Notfallsanitäter (m/w)“ für ihre Lehrrettungswache mit zwei Rettungswagen und einem Notarzt für Altena und Nachrodt-Wiblingwerde öffentlich aus. Es ist das zweite Mal, das die Stadt innerhalb weniger Wochen versucht, qualifiziertes Personal zu finden.

Keine Resonanz

Denn die erste Ausschreibung lief komplett ins Leere. Das führt aktuell im Tagesgeschäft zu massiven Problemen. So gibt es vor Ort den sogenannten Tages-RTW, der von 8 bis 18 Uhr im Einsatz ist und ein weiteres Fahrzeug, das rund um die Uhr mit seinem Fachpersonal ausrückt. Den Tages-RTW musste die Wache in der Vergangenheit schon mal stilllegen, einfach auf Grund von Personalnot. Zwar behilft man sich dann mit dem Anfordern von Ersatzkräften über die anderen Rettungswachen in der Nähe, aber das klappt nicht immer. So kommt es immer häufiger vor, dass ausgebildete Brandmeister „auf den Bock“ müssen, also ausschließlich diesen Dienst übernehmen.

Ausschnitt aus der Stellenanzeige der Stadt Altena.

Sie würden aber im Falle eines Feuers oder sonstigen Einsatzes der regulären Haupt-Wache und damit dem Personal dort fehlen. Insider halten von der Einstellung von Frauen in diesem sensiblen Bereich überhaupt wenig. Damit ist nichts gegen ihr Können oder ihren Einsatz gesagt, aber wenn sie schwanger wird, darf die Frau ab sofort nicht mehr eingesetzt werden. Das reißt personell über viele Monate eine große und kaum zu schließende Lücke. So muss ein Arzt bei Schwangeren unmittalbar nach Mitteilung an ihren Dienstherrn eine sogenannte Gefährdungseinschätzung abgeben und der Pesonalrat beteiligt werden. Die Frauen, die so vorübergehend das Rettungswesen-Team verlassen müssen, werden in der Regel dann im Rathaus eingesetzt und verwaltungsintern beschäftigt. Wo das ist, obliegt der Einsatz-Hoheit des Bürgermeisters. Erst wenn ein Arzt sie dauerhaft krank schreiben würde oder eine weitere Gefährdungslage attestierte, würden sie für die Zeit der Schwangerschaft und des weiteren Mutterschutzes ausfallen.

Dauerhaft oder befristet

 Altena sucht nun sowohl Kräfte für eine dauerhafte Tätigkeit als auch auch Schwangerschaftsvertretungen, die zeitlich befristet sind. Wie der Markt darauf reagiert, bleibt abzuwarten. Insider gehen davon aus, dass es nicht leicht sein wird, überhaupt Ersatz oder neue Kräfte zu bekommen. Sorgen um ihren Arbeitsplatz müssten sich die Rettungsassistenten oder Notfallsanitärer aber nicht machen. Stichwort: Feuerwehr-Reform. Sie sind in diesem Sektor völlig außen vor. Altena erledigt das Rettungswesen im Auftrag des Kreises, da spielt auch eine mögliche Neuordnung der Feuerwehr keine Rolle.

Fortbildung Pflicht

Wichtiger Hinweis: Alle Bewerber müssen die Bereitschaft mitbringen, sich ständig fort- und weiterbilden zu wollen. Wie es gegenüber dem AK hieß, sei das Fehlen von fünf Mitarbeitern im übrigen schon tief gestapelt. Um wirklich alle Anforderungen optimal erfüllen zu können, sei weitaus mehr Personal nötig. „Aber davon können wir wohl nur träumen!“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare