Es sind noch wenige Plätze frei - Anmeldung ab sofort!

Altenas erste Waldkindergarten-Gruppe startet in Kürze

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Waldkindergarten-Eltern im Rund auf dem Bolzplatz Knerling: Sie lernten sich im Rahmen eines Picknicks etwas näher kennen. Gestartet wird mit der Waldkindergruppe am Knerling am 26. August. Zuvor geht die Kita Knerling noch drei Wochen in die Sommerferien.

Altena - Am Montag, 26. August, beginnt in Altena eine neue Kindergarten-Ära. Dann startet im evangelischen Kindergarten am Knerling offiziell die erste Waldkindergruppe.

Inge Harneid, die Einrichtungsleiterin, freut sich genauso wie ihr Team darauf. Einziger Wermutstropfen: Einer der sogenannten Schutzräume, in die sich die Kinder bei starkem Wind, Sturm oder Dauerregen mit ihren Erziehern und Erzieherinnen zurückziehen können, ist dann nur zum Teil fertig. „Ich habe zwei Bauwagen gekauft. Die werden vom Start an auf dem kleinen Bolzplatz neben dem Generationstreff stehen. Die Innenarbeiten in der ehemaligen Grundschule Knerling, unserem gemauerten Schutzraum, sind zwar angelaufen. Ich denke aber, wir werden bis zum 26. August dort noch nicht fertig.“ Am Standort der Bauwagen werden bis zum Start noch Hängematten, Holzspielzeug und eine große Sandgrube zum Spielen hergerichtet.

Die Eltern der am Ende einmal 20 Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sechs Jahren, die die Waldkindergruppe bilden, lernten sich in dieser Woche näher kennen. Im Rahmen eines lockeren Picknicks auf dem Bolzplatz am Knerling erläuterte ihnen Inge Harneid noch einmal die Arbeitsweise und den Alltag in der neuen Gruppe. Ganz wichtig für alle Beteiligten: Harneid händigte Eltern und Erziehungsberechtigten eine übersichtliche Mappe mit dem „ABC der Waldgruppe“ aus. Auf 14 Seiten ist von „Ankommen und Abholen“ über die „Eingewöhnung“, „Freies Spiel“, „Frühstück“, „Kleidung“, „Stiefel gegen Pfützen“ bis „Windeln“ oder „Zecken“ alles genau beschrieben und festgehalten.

Sabrina Schlüter: Unser Timo wird bald drei Jahre alt. Er ist einfach sehr gerne draußen, auch im Wald. Wir glauben, der Waldkindergarten passt gut zu ihm.

Für die Waldgruppe hat der Träger, die evangelische Gemeinde, drei Kräfte eingestellt. Es werden sich Daniel Schmidtke, Charline Hareis und Lisa Helmig um die Kleinen kümmern. Erzieher Daniel Schmidtke ist ausgebildeter Erlebnispädagoge, „das sind gute Voraussetzungen. Die anderen werden sich noch entsprechend fortbilden. Charline Hareis bringt bereits Erfahrungen aus der Arbeit mit einer Waldgruppe im nahen Ihmert mit“, freut sich Harneid. Die Gebühren für den Besuch dieser Gruppe „sind, wie im übrigen Stadtgebiet, nach Einkommen gestaffelt. Wir sind weder günstiger noch teurer.“ Sehr viel Zeit soll die neue Gruppe natürlich in der freien Natur verbringen, auch bei Wind und Wetter. Es soll jede Menge Zeit zum Spielen und Basteln geben und natürlich zur Erkundung der Natur. Harneid: „Ich nenne hier einmal das Stichwort ,Lernwerkstatt Wald’.“ Für das Erleben, Fühlen, Schmecken und Lernen gelte insgesamt: „Es gibt kein Trichterlernen, alles geht eher in Richtung Gießkanne.“ Harneid hat im Vorfeld und beim Elterntreff erneut viele Gespräche geführt und fühlt sich in ihrer pädagogischen Ausrichtung voll bestätigt. „Ich glaube, die Kinder, die bei uns ihre Vorschulzeit in der Natur, im Freien und Wald verbringen, sind am Ende fitter, in der Wahrnehmungsfähigkeit offener, leistungsfähiger und sozial ver träglicher als aus Regeleinrichtungen.“

Tommy Görting: Unser Elias hat einen großen Bewegungsdrang. Mit seinen kaum drei Jahren wird es sein Immunsystem stärken, wenn er im Wald ist.

Ob Kinder, die täglich „Abenteuer bei Wind und Wetter“ erlebten, wirklich seltener krank würden, müsse sich aber wohl noch zeigen. Deshalb legte sie den Eltern auch den Anzieh-Codex ihres ABC der Waldgruppe sehr ans Herz. Dort heißt es: „Angezogen wird die Kleidung für den Wald im Zwiebelprinzip. Mehrere dünne Schichten anstatt einer dicken. Und: Ruhig immer eine Nummer größerkaufen. So kann sich jedes Kind noch besser bewegen!“ Dankbar ist Harneid und der Träger der örtlichen Politik. Vertreter aller Parteien und der Verwaltung hatten die Waldgruppen-Idee von Anfang an positiv aufgenommen. Uwe Kober, Vorsitzender des Jugendhilfe-Ausschusses: „Diese Gruppe zu gründen ist eine total charmante Idee.“

Inge Harneid, Leiterin der Einrichtung: Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun. Dann trägt man später Schätze mit sich herum, aus denen man lebenslang profitiert.

Inge Harneid selbst schätzt die bekannte Kinderbuchautorin Astrid Lindgren sehr. Die habe einmal gesagt: ,Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun. Denn, wenn man genügend spielt, trage man Schätze mit sich herum, aus denen man später sein ganzes Leben schöpfen kann.’ „Das hat mir immer sehr gefallen.“ Die Kindergartenleiterin hat übrigens noch wenige Plätze für die neue Gruppe frei. Kurzentschlossene, die ihre drei bis sechsjährigen Kinder anmelden möchten, können sich ab sofort mit ihr persönlich oder telefonisch in Verbindung setzen.

Infos- und Anmeldung:

Kontakt: Inge Harneid, Tel. 02352/22854

Fakten rund um das neue Angebot:

20 Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sechs Jahren bilden ab dem 26. August die erste Waldgruppe des Kindergartens am Knerling. Angegliedert sind sie dem dortigen ev. Kindergarten. Drei eigenes dafür neu eingestellte Erzieher und Erzieherinnen kümmern sich um die Kleinen. Es gibt zwei Bauwagen und einen Schutzraum in der ehemaligen Grundschule Knerling. Dort sind auch die notwendigen Sanitäreinrichtungen. Das Besondere an der Waldgruppe: Die Kinder halten sich grundsätzlich tagsüber im Wald auf, Stichwort Naturpädagogik. „Die Kinder sollen diese durch alle Jahreszeiten und mit allen Sinnen wahrnehmen“, so heißt es im ABC der Waldgruppe. Die sonstige Arbeit geschieht projekt- und prozessorientiert. An Regentagen sollten alle regenfest gekleidet sein, „weil auch sie in der Waldgruppe schöne Tage sind“, heißt es weiter im ABC. Wichtigstes Mitbringsel der Kleinen: Ein eigener Rucksack für Frühstück, Trinkflasche und Handtuch.

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