Altenas Berufskolleg ist in akuter Gefahr

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Das Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg steht offenbar vor dem Aus am Standort Altena.

ALTENA - Wegen fehlender Beratungspunkte fällt die Sitzung des Kreisschulausschusses in der kommenden Woche aus, teilte die Kreisverwaltung vor wenigen Tagen mit. Dabei stehen gravierende Veränderungen bevor: Der Schulstandort Altena des Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs steht zur Disposition. Aus Fraktionskreisen hieß es, das Ende der kaufmännischen Dependance von Halver-Ostendorf sei für das Jahr 2016 geplant.

Dass die Verwaltung solche Pläne vorantreibt, ohne die Politik zu informieren, hat in einigen Parteien für reichlich Aufregung gesorgt. „Das ist ein unmögliches Verfahren, aber mal wieder typisch für den Kreis“, ärgerte sich Renate Oehmke, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag. Für den kommenden Montag habe Eckehard Beck, Fachbereichsleiter Jugend und Bildung beim Märkischen Kreis, im Altenaer Kolleg eine Sitzung mit Schulleitung und Kollegium anberaumt, um über die aktuellen Planungen zu informieren.

Hendrik Klein, Pressereferent des Märkischen Kreises, dementierte einen festgelegten Zeitpunkt für eine Schließung. „Wir sind im Meinungsbildungsprozess und führen mit vielen Teilnehmern Gespräche. Beschlossen ist noch gar nichts, denn das ist Sache der Politik. Deshalb können wir uns auch nicht zu Terminen äußern.“

Uwe Scholz, Geschäftsführer der CDU-Kreistagsfraktion, wies gestern auf die Feststellungen des Gutachters im Schulentwicklungsplan für die Berufskollegs des Märkischen Kreises hin. Der Fachmann habe bereits 2011 aufgrund der demografischen Entwicklung darauf hingewiesen, dass es mittelfristig neben dem Stammgebäude in Halver-Ostendorf keinen zwingenden Raumbedarf mehr für einen zweiten kaufmännischen Standort in Altena gebe. „Wenn sich jetzt die Verwaltungen Gedanken über die künftige Schullandschaft macht, sind das Ergebnisse des Gutachtens.“

Darin heißt es unter anderem: „Betrachtet man die Kapazität der einzelnen Berufskollegs aufgrund der vereinbarten Auslastungskriterien, so könnte das Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg ohne die Räume in Altena auskommen, weil in Halver der dortigen Kapazität von 1922 Lehrerstunden bereits heute insgesamt 1926 Lehrerstunden gegenüberstehen.“ Soll heißen: Wenn verstärkt Unterrichte in die Nachmittagsstunden fallen, wäre das Kolleg in Altena rein rechnerisch überflüssig.

von Bernd Eiber

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