Auch Peter Prange erhebt die Stimme bei den Literaturabenden des Woll-Verlags

Singen mit den größten Literaten des Sauerlands in Altena

+
Michael Martins umfassendes Wörterbuch für sauerländisches Platt in der Alltagssprache ist ganz stark von Altena inspiriert worden. Neun Jahre drückte der Werdohler dort die Schulbank und ging auch im Lennestein in die Tanzschule.

Altena - Im gemeinsamen Gespräch wird es den großen Literaten des Sauerlands erst mal so richtig klar: Die schönsten Geschichten sind nur geschrieben worden, weil Peter Prange, Michael Martin und Rainer Hänsch ihre Jugend zwischen den Bergen verbringen durften. 

Das launige Abschlussgespräch zu den Sauerländer Literaturabenden des Woll-Verlags bringt diese erstaunliche Erkenntnis im Rittersaal der Burg Altena.

Beide Autoren heute durchs Sauerland erfolgreich 

Ja, sie konnte schmerzhaft sein, diese Gefangenschaft zwischen den Hügeln, daraus machen weder Peter Prange, noch Michael Martin einen Hehl. Aber grade weil beide Bestseller-Autoren einst genau dort von den schönsten Mädchen verschmäht worden sind, sind beide Sauerländer heute so erfolgreich. 

Michael Martin bringt das sehr schön in seiner Kurzgeschichte „Frottee“ auf den Punkt. Die Hetze zwischen Fußballtraining im Reinecke-Stadion und der Tanzstunde bei Meisters im Lennestein führte in seiner Jugend einst zu einem fürchterlichen Problem: Keine Zeit zum Duschen, also musste das berühmte Trockenshampoo herhalten, um die Tolle zum Tanztee auf Vordermann zu bringen. Unbeholfen näherten sich die jungen Männer dann den Damen, von ihrem Kopf rieselte das Kosmetikprodukt wie Schnee herab - doch heute lachen sich sowohl der Autor selbst, wie auch sein Publikum schlapp über diese überspitzte Jugenderinnerung. 

Peter Prange kann ebenso schön ausladend über den ersten gescheiterten Kuss erzählen, damals im Jugendzentrum, wo ihn eine junge Altenaerin nie zum Zug kommen ließ. „Jahre später hat sie mich gefragt, warum ich sie nie eingeladen hätte.“ Heute hat sie einen Platz in seinem Herzen und im neuesten Erfolgsroman „Unsere wunderbaren Jahre.“ 

Sauerland als Schauplatz fiktiver Ereignisse

Das Sauerland eignet sich allerdings auch vorzüglich als Schauplatz fiktiver Ereignisse: Dirk Zandecki lässt in seinem neuesten Krimi den Kahlen Asten als Tatort herhalten. Seine Zuhörer konnten sich bestens vorstellen, wie sich seine Protagonisten nach einem kyrillartigen Orkan verängstigt über umgekippte Baumstämme schleppen - verzehrt von der Angst, ihren Jägern nicht entkommen zu können. Als Ermittler tritt in diesem Fall der Lüdenscheider Privatdetektiv Paul Masters auf den Plan. „Ausgelöscht - Tatort Kahler Asten“, erscheint in wenigen Tagen. 

Noch komplett in Entstehung ist Reiner Hänschs neustes Buch. Der Zoff-Frontmann hat noch keinen Titel, lieferte seinen Zuhörern aber eine herrliche Leseprobe aus dem Leben seines neuen Protagonisten Rudi Hinterberg. 

Der stammt aus dem Sauerland und ist der unbekannte Sohn von Elvis Presley. Am Tag dessen Beerdigung trifft er in Memphis ein und lernt beim Fellversaufen für Papa prompt Johnny Cash und Frank Sinatra kennen. 

Reiner Hänsch stimmt Regionenhymne an

Wie kann man es unter solchen Umständen nicht lieb gewinnen, das grüne hügelige Sauerland? Reiner Hänsch stimmt nicht nur die über alles geliebte Regionenhymne an, sondern zückt die Gitarre auch für Comedyeinlagen zuungunsten von Roland Kaiser und Drafi Deutscher. 

Es ist ein durchweg gelungener Finalabend der Woll-Literaturabende, bei dem sogar Peter Prange die Stimme zum Gesang erhebt. Verlagschef Hermann Hoffe freut sich: „Mal ehrlich! So was erlebt man doch nur in Altena!“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare