Altenaer wollen altes Auto-Kennzeichen zurück

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Studenten der Uni Heilbronn befragten gestern Passanten in der Altenaer Innenstadt und in Dahle.

ALTENA - Die Burgstädter hätten gern ihr altes Autokennzeichen zurück. „Das waren noch Zeiten, als wir ein AL am Fahrzeug hatten“, sagte etwa der 60-Jährige Peter Müller. „Damals habe ich einen roten R 4 gefahren“, gab er Verena Nufer und Sarah Susenbeth zu Protokoll. Das Duo führte am Morgen auf dem Wochenmarkt in der Stadt und später in Dahle eine Erhebung durch, um zu erfragen, wie hoch das Interesse ist, das ehemalige Auto-Kennzeichen wieder zu reaktivieren.

Die jungen Frauen lächelteten den ganzen Morgen und auch am Nachmittag. Denn die Studentinnen des Fachbereichs Touristik der Uni Heilbronn trafen nur auf gut gelaunte Altenaer und Dahler Bürger. „Es war ganz selten, dass sich jemand einfach weggedreht hat“, so Verena Nufer. Für eine Projektarbeit im Rahmen ihres Studiums befragen die 24-Jährigen die Menschen in vielen Städten der Republik, deshalb auch in Altena als ehemaliger Kreisstadt. Denn die so genannte Kennzeichenliberalisierungs-Verordnung macht es möglich, zu alten Autokennzeichen zurück zu kehren. Verena Nufer und Sarah Susenbeth meinen, das ein eigenes Autokennzeichen durchaus ein touristisches Pfund sei, mit dem man wuchern könne. Eine Meinung, die auch Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein vertritt, der gestern immer mal wieder am Stand vorbeischaute. Er stand mit seiner Chefsekretärin Gundula Schulze am I-Punkt zum Bürgergespräch.

Keine drei Minuten Zeit mussten sich gestern Frauen und Männer nehmen, um vollkommen anonymisiert ihre Meinung zu sagen. Nach Standardfragen wie „Wohnen Sie in dieser Stadt?“ oder „Kennen Sie noch das KfZ-Kennzeichen, als diese Stadt noch Kreisstadt war?“ so wie Angaben zum Geschlecht, der Motorisierung in der eigenen Familie und der Angabe des Alters, waren sie auch schon fertig.

„Ich hatte mal ein IS. AL würde ich sofort nehmen“, sagte Ulrich Grunwald. Selbst eine kleine Extra-Gebühr würde ihn nicht abschrecken. Dirk Küpers würde, selbst wenn eine Umstellung möglich wäre, sein jetziges MK-Kennzeichen behalten. „Ich brauche kein AL“, zeigte er den Plänen die kalte Schulter.

Gerd Schmoll (75) fährt zwar nicht mehr selbst Auto. „Doch gegen das AL, da hätte ich gar nichts.“

Bettina Hoßdorf (49)sprach gleich für ihre Familie. „Bei uns sind alle dafür. AL zurück, das finden wir gut.“

Aus der Zeitung hatten zahlreiche Burggymnasiasten von der Erhebung erfahren. Als ihnen Verena Nufer und Sarah Susenbeth einen Besuch abstatteten, war eine Mehrheit dafür, zum AL zurückzukehren.

Gisela Dobraji (62) schraubte als Fahranfängerin ein „AL - KS 27“ an ihren roten Ford 12 M. Ich tät‘s wieder.“

Bernd Neu kam mit den Worten zu den Studentinnen: „Kann ich hier mein AL-Kennzeichen wieder bestellen? Ich hätte gerne meine alte Autonummer zurück. Die war: AL UB 100.“

vonJohannes Bonnekoh

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