Bücherei: Zukunft sichern

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Kinder und Jugendliche stehen im Mittelpunkt – so steht es im Konzept für die Stadtbücherei. Es soll jetzt überarbeitet werden. ▪

ALTENA ▪ „Es geht nicht darum, die Stadtbücherei in Frage zu stellen. Wir wollen sie zukunftsfest machen, um ihre Existenz zu sichern“. Mit dieser Feststellung reagierte Stefan Kemper, der zweite Mann im Altenaer Rathaus, am Donnerstag auf eine Anfrage der sozialen und demokratischen Alternative und einen Leserbrief zu diesem Thema.

Zusammen mit Büchereileiter Antonius Gusik und dem zuständigen Bereichsleiter Rüdiger Schwerdt erläuterte Kemper, dass natürlich auch die Bücherei Thema bei den Sparrunden mit Gemeindeprüfungsanstalt und Kommunalaufsicht gewesen sei. „Eine Schließung ist dabei noch nicht einmal im Ansatz gefordert worden“, sagte er.

Allerdings sei auch Handlungsbedarf signalisiert worden – und zwar nicht nur von den Finanzaufsehern, sondern auch von einer bei der Bezirksregierung angesiedelten Fachdienststelle, die Büchereien berät. Unter anderem sei festgestellt worden, dass der Bücherbestand viel zu groß sei. 50 000 „Medien“ verwaltet Gusik mit seinem Team, 20 000 reichen nach Ansicht der Fachleute für Altena aus – „wir streben 30 000 an“, sagte Kemper gestern.

Ernsthaft geprüft wird, ob ein Teil des Untergeschosses – knapp 40 Quadratmeter im Bereich des Behinderteneingangs – für das Awo-Tagespflegebüro und die Frühförderung des Jugendamtes zur Verfügung gestellt werden können. Auch damit folge man den Empfehlungen der Fachleute, die eine „Öffnung“ der Einrichtung vorgeschlagen hätten. Voraussetzung für die Umsetzung ist eine Neuorganisation des Bestandes, die vorhandenen Regale müssten dazu ergänzt und neu angeordnet werden – ein entsprechender Zuschussantrag sei gestellt, erklärte Kemper. Gleiches gelte für eine dringend erforderliche Erneuerung der Hard- und Software: Die vorhandenen Systeme seien sehr kompliziert und damit zeitraubend, erklärte Gusik. Nachteilig sei auch, dass die Bücherei wegen ihrer derzeitigen Software nicht in das Intranet der Stadtverwaltung eingebunden werden könne, ergänzte Schwerdt.

Bestätigt wurden gestern Gespräche mit Nachrodt und Neuenrade – es geht um die Frage, ob Antonius Gusik die dortigen Büchereien unterstützen kann. Da beide nicht von ausgebildeten Bibliothekaren geleitet werden, sind sie nicht zuschussfähig, das könne sich durch eine solche Kooperation ändern. Klar sei aber, dass dann ein Ausgleich geschaffen, also für Altena zusätzliches Personal bereitgestellt werden müsse, sagte Schwerdt. 2,5 Stellen seien das absolute Minimum, „darunter geht es nicht“.

Ein erster Schritt zur Modernisierung war im Dezember die Einführung der so genannten Onleihe, über die elektronische Medien aus dem Internet heruntergeladen werden können. 60 Leser hätten diesen Service in den ersten zwei Monaten ausprobiert und auf diesem Weg rund 500 Medien genutzt. ▪ Thomas Bender

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