Sehnsucht Afrika

Altenaer Timo Goseberg reist als Missionar nach Guinea

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Fröhliches Lächeln für ein Selfie: Timo Goseberg während seiner Benin-Reise mit afrikanischen Kindern im Dorf Anandana.

Altena - Entschlossen kommt Timo Goseberg daher. Der junge Mann aus Altena wagt in knapp einer Woche eine mutige Reise. Eine Reise ins Ungewisse. Er zieht für rund zwei Jahre in das westafrikanische Land Guinea.

Urlaub macht er dort allerdings nicht: Er befindet sich dann nämlich im wahrsten Sinne des Wortes auf einer Mission: Als christlicher Missionar will der gerade einmal 27-Jährige dort Entwicklungsarbeit leisten. Von Angst ist bei dem Burgstädter keine Spur – was ihn antreibt, ist sein christlicher Glaube.

Seit etwa zehn Jahren hegt der gebürtige Altenaer Timo Goseberg den Wunsch, in einem afrikanischen Land Entwicklungshilfe zu leisten. Das Ziel Afrika stand für ihn dabei schon ziemlich früh fest: „Mich fasziniert das Leben dort. Das Tempo im Alltag ist viel langsamer. Ich habe den Eindruck, dass zwischenmenschliche Beziehungen viel mehr wiegen als etwa materielle Dinge. Das unterscheidet Afrika von Europa.“ Aus dem Wunsch wurde ein Plan und aus dem Plan wurde Wirklichkeit. Am 15. Januar geht es für ihn mit dem Flugzeug nach Guinea, einem der ärmsten Länder der Welt.

In Télimélé, einer Stadt mit knapp 15 000 Einwohnern, wird er dann für 23 Monate in einer Bildungseinrichtung arbeiten, die von der DMG Interpersonal in Kooperation mit in Guinea ansässigen Organisationen betrieben wird. Ganz so einfach war die Vorbereitung auf dieses Unterfangen aber nicht. Zwei abgeschlossene Ausbildungen, ein viermonatiger Aufenthalt samt Französisch-Sprachkurs in Straßburg und mehrere Afrikareisen in den vergangenen Jahren dienen dem Altenaer als Grundlage. Vor fünf Jahren war er für acht Wochen in der Elfenbeinküste zu Gast, wo man wie in Guinea Französisch spricht. Zudem bereiste er Benin. Im Westen Afrikas kennt sich der Burgstädter also schon ein wenig aus. Bei seinem Aufenthalt geht es Goseberg aber nicht nur um die Entwicklungshilfe:

Auch sein christlicher Glaube spielt bei der Reise eine wesentliche Rolle: Die DGM Interpersonal ist nämlich ein evangelisches Missionierungs- und Hilfswerk mit Sitz im baden-württembergischen Sinsheim. Der Altenaer bei DGM bis vor einem Jahr eine kaufmännische Ausbildung gemacht. 

 Und genau diese Ausbildung qualifiziert ihn nun für seine Arbeit als Missionar in Guinea: „Vorwiegend werde ich mich um die Schulung von Kindern und Jugendlichen in den Fächern Englisch und Informatik kümmern. Dabei handelt es sich aber eher um Grundlagenkenntnisse. Die Einheimischen sollen zum Beispiel lernen, wie man einen Computer bedient“, sagt der 27-jährige Altenaer voller Vorfreude. „Mir ist aber wichtig, vor allem ohne Überheblichkeit und dafür mit viel Demut an die Sache heranzugehen. Ich kann dort nämlich auch viel lernen“, betont der reisefreudige Burgstädter und fügt hinzu: „Die absolute Mehrheit in Guinea ist muslimisch geprägt. Glaube spielt für die Menschen vor Ort also sicher auch eine große Rolle. Ich möchte mich gerne mit dem Glauben der Menschen auseinandersetzen. In vielen Phasen meines Lebens hat mir der Glaube an Gott und Jesus Christus sehr geholfen. Bei wichtigen Fragen kann der der Glaube Antworten geben.“

Goseberg will dabei seinen Glauben „bezeugen“ und so vielleicht auch über-zeugen, keinesfalls aber bekehren: „Für eine Religion sollte man sich aus freien Stücken entscheiden. Es geht mir in erster Linie um den Austausch mit den Menschen und auch darum, das weiterzugeben, was ich gelernt oder erlebt habe.“ Gelernt hat er selbst das meiste in seiner Geburtsstadt Altena und in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Dahle beziehungsweise während seiner Ausbildung in Sinsheim. Der Abschied aus der Burgstadt fällt ihm alles andere als leicht: „Für die Familie, für Freunde und auch für mich wird es sehr heftig werden. Aber ich weiß, dass sie mich jederzeit unterstützen. Sie geben mir ein gutes Gefühl bei der Sache.“ Seinen Koffer gepackt hat der Burgstädter bisher noch nicht. „Es ist ja noch genügend Zeit dafür“, erklärt Goseberg.

Die Wintersachen kann er ohnehin zuhause lassen. In Guinea herrscht nämlich warmes Klima. Obwohl er schon sehr konzentriert auf sein Ziel ist, so wird der Anfang dort alles andere als leicht: „Bevor ich etwas weitergeben kann, muss ich erst Vieles verstehen.“

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