Anfangs zu groß gedacht - Altenaer Tafel besteht seit einem halben Jahr

Die Helfer der Tafel bei der Arbeit: Von links Ike Knipping, Esther Szafranski und Michaela Popa.
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Die Helfer der Tafel bei der Arbeit: Von links Ike Knipping, Esther Szafranski und Michaela Popa.

Die ersten Lebensmittel wurden von der Altenaer Tafel am 12. Januar ausgegeben. Das ist nun – fast – ein halbes Jahr her. „Wahnsinn“ findet Mit-Organisatorin Anette Wesemann, die auch für das Stellwerk zuständig ist. Hier laufen die Fäden der Hilfeleistung zusammen. Wie fällt die Bilanz nach einem halben Jahr aus?

Altena – „Wir haben im Stellwerk schon länger darüber gesprochen, dass so ein Angebot in Altena fehlt. Aber anfangs haben wir zu groß gedacht“, erinnert sie sich. Würde ein Kühlraum benötigt, vielleicht sogar eine Halle - würde man ein Kühlfahrzeug brauchen? Fragen, die der ersten Initiative eher im Weg standen. Dann habe man sich entschlossen, der Tafel in Lüdenscheid einen Besuch abzustatten. Dort habe man einige Schwellen abbauen können. Unter anderem bot die Lüdenscheider Tafel an, dass die Altenaer ihr Kühlfahrzeug mitnutzen können. „Die Kooperation mit Lüdenscheid ist auf jeden Fall sehr wertvoll“, lobt Wesemann.

Wenn die Waren abgeholt werden, geht es in einer Tour zu verschiedenen Supermärkten. In Altena sind das Lidl, Aldi, Netto und Edeka sowie in Neuenrade die beiden Kaufparks von Rewe. „Es ist einfach erstaunlich, wie viele Lebensmittel weggeworfen werden“, hat Anette Wesemann festgestellt. „Wir haben fast immer dicke genug.“ Sollte einmal etwas übrig bleiben, so hat das Stellwerk mittlerweile Kontakt zu einem Pferdehof geknüpft, er sich über Futterspenden aus Altena freut. Pferde mögen übrigens auch Bananen.

100 Haushalte

Die Tafel hat ihren Wirkungskreis seit der Gründung gehörig ausgeweitet. Bei der Tafel sind heute 100 Haushalte gemeldet. Das entspricht 194 Personen, darunter 68 Kinder. Zum Vergleich: Anfangs waren es 29 Haushalte. „Die meisten kommen regelmäßig“, berichtet Anette Wesemann „einige aber auch sporadisch.“ Der Großteil der Besucher zeige sich sehr zufrieden mit dem Angebot. Selten sei zu hören, dass jemand die Verwendbarkeit für den täglichen Bedarf bemängele. „Also man muss schon kochen können“, sagt Anette Wesemann.

Weil die Gründung der Altenaer Tafel in die Coronazeit fiel, machte man sich schon zu Anfang Gedanken, wie man längere Warteschlangen und volle Räume vermeiden kann. Also wurde ein Ausgabesystem ersonnen, bei dem die Kunden im Fünf-Minuten-Takt zur Lüdenscheider Straße kommen. „Das ist wirklich angenehm, es gibt keine Schlangen. Und die Leute stehen nicht so auf dem Präsentierteller.“ Es gebe eben auch eine gewisse Scham, die Unterstützung der Tafel in Anspruch zu nehmen, weiß Anette Wesemann.

50 Helfer

Sie kann übrigens auf einen erfreulich großen Kreis von Helfern zurückgreifen. Bis zu 50 Altenaer und Altenaerinnen haben sie bereitserklärt, der Tafel tatkräftig zur Seite zu stehen. „Das ist doch toll. Nicht jeder kann immer, aber wir versuchen feste Teams zu bilden.“

Lebensmittelspenden werden von der Tafel übrigens weiterhin gerne angenommen. Es sollte sich um haltbare Waren wie Nudeln, Reis oder auch Speiseöl handeln. Die Abgabe kann heute ab 10 Uhr im Stellwerk, Lüdenscheider Straße erfolgen.

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