Hilfe aus der Luft

Altenaer startet Drohnen-Initiative für Flutopfer

Wichtiger Hinweisgeber aus der Luft: Drohnen kamen nach dem Hochwasser auch in Altena zum Einsatz.
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Wichtiger Hinweisgeber aus der Luft: Drohnen kamen nach dem Hochwasser auch in Altena zum Einsatz.

Als Laurent Schüller die ersten Videos und Bilder der Flutkatastrophe in Altena gesehen hatte, war für den gebürtigen Burgstädter sofort klar, dass er in irgendeiner Form helfen möchte. Und zwar mit einer besonderen Initiative und Helfern aus der Luft.

Altena – Über seinen Arbeitgeber Flynex, eine Plattform für Drohneneinsatz und kartenbasierte Verwaltung von Objekten, startete er die Hilfsinitiative „Starkregen 21“.

Mittlerweile engagieren sich rund 15 Unternehmen aus der Drohnenbranche für die von den starken Unwettern Mitte Juli betroffenen Kommunen. „Wir haben uns direkt an das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, die Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung sowie an die koordinierenden Stellen der Einsatzkräfte vor Ort gewandt und unsere Unterstützung angeboten“, sagt der gebürtige Altenaer.

Kostenlose Unterstützung für Betroffene

Das BBK prüfe derzeit noch, wie die Drohnen bei Aufräumarbeiten und Wiederaufbau eingesetzt werden können. „Zum Beispiel bei der Erstellung von Luftbildern, der Vermessung, bei der Inspektion von Gebäuden oder auch bei der Identifizierung von Gefahrenstellen wie unterspülten Wegen und Straßen“, verdeutlicht Schüller, der in Dortmund und England Public Relations studierte und das Studium mit dem Bachelor of Arts Honours 2009 abschloss. Seit zwei Jahren arbeitet er als Head of Marketing für Flynex und wohnt in Hamburg.

Wer sich bei der Initiative „Starkregen 21“ meldet und um Unterstützung bittet, erhält diese kostenlos, denn die Beteiligten agieren freiwillig und „pro bono“. Sie geben ihre berufliche Expertise für das Gemeinwohl also unentgeltlich weiter. „Mit Hilfe von Drohnen kann man sich schnell ein präzises Bild der Lage machen“, weiß der 37-Jährige. Etwa zur 3D-Vermessung von Gebäuden zur Erstellung multispektraler Daten, um Wasser und Feuchtigkeit zu identifizieren. Die Initiative könne auf ein Netzwerk von Drohnenfirmen, Ingenieurbüros sowie auf viele erfahrene Piloten der unbemannten Aufklärungsflugzeuge zurückgreifen.

Laurent Schüller hat die Initiative „Starkregen 21“ gegründet und will Flutbetroffenen helfen.

Drohnen für Brandherd-, Vermisstensuche und mehr

Speziell, um künftig gegen Naturgewalten gewappnet zu sein, sei der Einsatz von Drohnen hilfreich. „Zur Vermisstensuche, zur Koordination von Einsatzkräften, zum Auffinden von Brandherden und, und, und“, erläutert Laurent Schüller. Aber auch im land- und forstwirtschaftlichen Bereich, beispielsweise zur Ermittlung des Borkenkäferbefalls, sei der Drohneneinsatz zielführend.

Geräte, die sich für den täglichen Einsatz eignen, kosten zwischen 1500 und 4000 Euro, sagt Schüller. Der gebürtige Altenaer will auch Feuerwehr, Technischem Hilfswerk oder der Stadtverwaltung in allen Fragen rund um den Einsatz von Drohnen behilflich sein. Beispielsweise, wenn es um Anschaffung, Auflagen, Steuerung oder auch Schulung und Drohnenführerschein geht. Interessierte können sich per E-Mail unter l.schueller@flynex.de mit ihm in Verbindung setzen.

Drohnen der Feuerwehr in Nachrodt

Dass Luftbilder unschätzbare Erkenntnisse bringen und somit messbar zum Einsatzerfolg beitragen, weiß auch die Feuerwehr im Märkischen Kreis. 2019 wurden zwei Drohnen angeschafft und bei der Freiwilligen Feuerwehr Nachrodt-Wiblingwerde stationiert.

Gemäß der Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wurden alle Einsatzkräfte intensiv an den Drohnen und für den Umgang mit ihnen geschult und absolvierten erfolgreich die erforderliche Prüfung. Die Drohnen, ausgestattet mit hochauflösenden visuellen 4K-Kameras und Wärmebildkameras, sind seitdem kreisweit im Einsatz.

Hochwasser in Altena und Nachrodt: Die Bilder am Donnerstag

Das Hochwasser und seine Folgen in Altena und Nachrodt
Das Hochwasser und seine Folgen in Altena und Nachrodt
Das Hochwasser und seine Folgen in Altena und Nachrodt
Das Hochwasser und seine Folgen in Altena und Nachrodt
Hochwasser in Altena und Nachrodt: Die Bilder am Donnerstag

Nach Auskunft der Pressestelle des Märkischen Kreises war dies auch nach dem Unwetter Mitte Juli der Fall – um stark betroffene Gebiete zu erkunden. In Altena zum Beispiel wurden Drohnen in der Brachtenbeck, in der Nette sowie in der Stadtmitte eingesetzt, um sich ein Bild aus der Luft zu verschaffen. 

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