Altenaer Pfarrer mit SPD-Parteibuch

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Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier vor SPD-Senioren.

ALTENA - Pfarrer mit SPD-Parteibuch? Da fällt älteren Altenaern spontan Wilhelm Heetmann ein, der sonntags am Breitenhagen predigte und montags im Rat. Kein Vorbild für Dr. Dietmar Kehlbreier: „Ich habe ein Amt, das des Pfarrers – und dabei bleibt es auch“, betonte er im Vorfeld einer SPD-Seniorenveranstaltung.

Trotzdem: Auch Kehlbreier ist SPD-Mitglied, und zwar ein durchaus auch aktives. Allerdings konzentriert er sein Wirken auf ein überregionales Gremium. Auf Bundesebene ist er einer der Sprecher im Arbeitskreis „Christen in der SPD“, am kommenden Mittwoch will er an einer Gründung dieser Gruppierung auf Kreisebene mitwirken. Im Ortsverein strebe er kein Amt an, betonte Kehlbreier. Auch ein kommunalpolitisches Mandat komme für ihn nicht in Frage.

„Gerechtigkeit, Solidarität und Freiheit“ – das seien für ihn wichtige christliche Werte, die politisch am ehesten bei der SPD angesiedelt seien, erklärte Kehlbreier bei der Veranstaltung der SPD-Senioren. Gerade in der laufenden Integrationsdebatte sei es wichtig, dass sich Christen positionieren, sagte er – Christentum und Kirche drohten dort von konservativen Kräften vereinnahmt zu werden.

Über Jahrzehnte hinweg habe es in der SPD eine „gut gepflegte Kirchenfeindlichkeit“ gegeben, erinnerte Kehlbreier. Mit dem Godesberger Programm sei das vorbei gewesen und die SPD damit auch offen für überzeugte Christen wie Gustav Heinemann und Johannes Rau. „Die Verbindung zwischen SPD und Kirche muss immer wieder neu begründet werden“, beschrieb Kehlbreier die Motivation für sein Handeln. Der Arbeitskreis biete den Raum für die dafür notwendigen Gespräche und sein Anliegen sehe er darin, sich dort in Meinungsbildungsprozesse einzubringen. Als Christ, aber auch als Sozialdemokrat. ▪ ben.-

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