Lehrer und Erzieherinnen arbeiten Hand in Hand

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Fachleute in Sachen Erziehung: Das Kollegium der Mühlendorfschule und Leitungen von vier Kindergärten bei ihrem jährlichen Arbeitstreffen. ▪

ALTENA ▪ „Früher, da machte jeder seins“ – Martina Hochstein kann sich noch an die Zeiten erinnern, in denen es kaum Berührungspunkte zwischen Schule und Kindergarten gab und der Übergang für die Kinder oft einen heftigen Bruch darstellte.

Dass das heute anders ist, ist der Leiterin der katholischen Kindergärten St. Thomas Morus und St. Matthäus sehr recht, genauso sehen das ihre Kolleginnen vom Knerling und von der Zwergenburg. Diese Kindergärten liegen im Einzugsbereich der Grundschule Mühlendorf, deren Leiter Wolfgang Wilbers in den letzten drei Jahren die Kooperation zwischen Schule und Kindergarten stark vor-antrieb. „Kooperationskalender“ nennt sich der dabei entstandene Leitfaden, an dem sich Lehrer und Erzieherinnen gleichermaßen orientieren, um den Kindern einen möglichst optimalen Übergang vom Kindergarten in die Grundschule zu ermöglichen.

Los geht’s im November, wenn die Anmeldung der Lernanfänger mit den dafür vorgesehenen Tests ansteht: Treten dabei Auffälligkeiten zutage, kontaktiert die Schule sofort den Kindergarten; gemeinsam mit den Eltern überlegen Lehrer und Erzieherinnen dann, ob möglicherweise eine erhöhter Förderbedarf besteht. Grundsätzlich sind die Lehrer und die an der Schule tätige Sozialpädagogin nach Abschluss des Anmeldeverfahrens in den Kindergärten zu Gast, wo sie für jedes einzelne Kind das Ergebnis des Einschulungstests vorstellen.

Auch nach der Einschulung reißt der Kontakt zu den Kindergärten nicht ab: Bei fortbestehenden Problemen beraten Schule und Kindergärten dann gemeinsam das weitere Vorgehen. Vorgesehen ist auch einmal jährlich eine gemeinsame Fortbildung. Erzieherinnen haben die Möglichkeit, in den ersten Klassen zu hospitieren. Außerdem treffen sich Lehrerkollegium und Kindergartenleitungen regelmäßig zur Evaluation, also zur Überprüfung ihrer Zusammenarbeit.

Ein solcher Termin stand in dieser Woche für alle Beteiligten auf dem Stundenplan. Thematisch wurde er von den Kindergärten mit Leben gefüllt – sie stellten die Bildungsdokumentationen vor, die dort für jedes Kind geschrieben werden. Dabei wurden auch die Grenzen der Kooperation deutlich: Für die Lehrer könnten diese Dokumentationen hilfreich sein, die Kindergärten dürfen sie aber (Stichwort Datenschutz) nur an die Eltern weitergeben. „Und von denen gelangen sie dann in den seltensten Fällen zu uns“, bedauerte Wilbers.

Natürlich dienen große Zusammenkünfte wie die in dieser Woche auch zur Kontaktpflege. Für gute Verbindungen zu den Kindergärten sorgt aber noch ein zweites Instrument: Jede der vier Einrichtungen im Einzugsbereich der Mühlendorf-Schule hat dort einen festen Lehrer als eigenen Ansprechpartner. ▪ Thomas Bender

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