Rollenspiel mit den Pioneers

Auf der Suche nach Utopien

Rollenspiele Pioneers
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Etwa eine Handvoll Altenaer beteiligte sich an der Aktion.

Die Möglichkeit, einmal jemand anderes zu sein, zu denken und zu diskutieren wie er, bot der „utopische Spieleabend für eine neue Ländlichkeit.“ Gastgeber waren die „Summer of Pioneers“, die mit einer Handvoll Altenaern einen ungewöhnlichen Abend verlebten, der durchaus vergnüglich war.

Altena – Stellen Sie sich vor: Sie sind ein Pastor, 58 Jahre alt. Und Sie haben sich fest vorgenommen, die leere Kirche wieder zu füllen. Wie soll das gehen? Oder gefällt die Rolle des Bauern besser, 67 Jahre, der keinen Nachfolger für seinen Hof findet?

Realitätsnahes Rollenspiel

Grundlage war ein Spiel mit verteilten Rollen, um aus verschiedenen Blickwinkeln und mit verschiedenen Fragestellungen Rezepte für eine neue Ländlichkeit zu entwickeln. Was zunächst etwas abgehoben klingt, ist durchaus sehr realitätsnah. So ging es beispielsweise um die Idee, dass Landwirte aus dem näheren Umkreis digital ihre Produkte vorstellen und sich Interessenten im Laufe der Woche eine Tüte zusammenstellen, die schließlich zu einem zentralen Punkt gebracht wird und dort abgeholt werden kann. Möglich sind auch E-Bike-Boten, die die Ware bis zur Haustür bringen. Das ist nicht brandneu, aber auf jeden Fall „total spannend“, wie Stefanie Ingenpaß meinte. Die stellvertretende Leiterin der Stadtbücherei gehörte zum Spieleteam. Die Rezepte aus Altena werden mit anderen Ideen aus ganz Deutschland von der Leuphana Universität Lüneburg für die Utopie-Konferenz gesammelt, die am 24. und 25. August stattfindet.

18 sogenannte Coworking--Spaces machen übrigens mit – darunter eben auch Altena. Erstellt wird schließlich eine Karte der neuen Ländlichkeit, die ein Jahr lang auf Reisen zu den verschiedensten Veranstaltungen geht. Dort kann sie diskutiert und weiterentwickelt werden. Dieser Prozess mündet in eine große Abschlussveranstaltung im Rahmen der nächsten Utopie-Konferenz 2022.

Zukunftskonzepte entwickeln

Bei Utopia geht es um Möglichkeiten, wie beispielsweise Mobilität oder Arbeitenund Leben auf dem Land aussehen können und welche Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden müssen. Dabei wird aus der Ist-Situation später über den Wunsch-Blick und den Zukunftsblick schließlich eine Utopie. Erstes Ziel: Miteinander ins Gespräch kommen, um gemeinsam Zukunftsrezepte zu entwickeln.

Das ist in Altena gelungen. „Es ging um die medizinische Versorgung ebenso wie um ein anderes Shoppingverhalten. Möglicherweise kann man einen Unverpackt-Laden in Altena etablieren“, sagt Stefanie Ingenpaß, die auch die Rollenspiele spannend fand. „Es ist immer gut, wenn man versucht, den anderen mit seinen Argumenten zu verstehen.“

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