„Chaotenhaufen bei der Bahn“

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Die weitere Verschiebung des Bahnhofsumbaus sorgt für Empörung bei Altenaer Politikern. ▪

ALTENA ▪ Mit Unverständnis und deutlicher Verärgerung reagieren der Bürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden auf die Ankündigung der Bahn, mit Umbau des Bahnhofes erst 2015 zu beginnen.

„Das ist ein Chaotenhaufen bei der Bahn“, ist Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein erbost. „Das wird seit 2011 aus diversen Gründen verschoben, obwohl die Planungen doch eigentlich abgeschlossen sind“, sagt Hollstein und betont weiter, dass die Maßnahmen der Bahn und der Stadt im Bahnhofsumfeld voneinander abhängen. „Ich habe einfach den Eindruck, bei der Bahn weiß der eine nicht, was der andere tut“, so der Bürgermeister. Hollstein will jetzt unter anderem das Gespräch mit NRW-Bauminister Michael Groschek suchen, da für die Baumaßnahmen auch Landesmittel fließen.

Für Uwe Scholz ist die neue Ankündigung der Bahn „der Gipfel der Unverfrorenheit.“ Der Chef der CDU-Fraktion im Stadtrat gibt seinen Unmut deutlich zu verstehen. „Ich bin stinksauer. Den Worten der Bahn kann man offenbar an keiner Stelle mehr vertrauen. Was für ein Chaos muss denn da herrschen?“ Scholz macht darauf aufmerksam, dass die Bahn AG letztlich im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland steht und das Land NRW noch dazu die Finanzierung der Modernisierungen mit trage. „Hier geht es auch um den Schul- und Wirtschaftstandort Altena“, ärgert sich Scholz.

In einer Stellungnahme spricht der Altenaer SPD-Vorsitzende Matthias Bergfeld für seine Partei von einer „Riesenenttäuschung“. Mit Erlebnisaufzug und Lennepromenade sei in der Burgstadt viel auf den Weg gebracht. Doch: „Der zu erwartende Tourismusstrom kommt in einem völlig verwahrlostem Bahnhofsumfeld an.“ Die Altenaer Sozialdemokraten wollen zu dem Thema, dass Gespräch mit der heimischen Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag (SPD) suchen.

Oliver Held (Grüne) war am Freitag für eine telefonische Stellungnahme nicht zu erreichen. Er hatte aber Bahnhof und Bahnhofsumfeld schon Anfang Januar als für die Stadt wichtig beschrieben.

Bernhard Diel (FDP) spricht ebenfalls von einer „ziemlichen Unverschämtheit“. „Es wird leider nur da investiert, wo viele mit dem Zug fahren“, ist er enttäuscht über den weiteren Aufschub der Bahn. „Dennoch müssen wir weiter am Umfeld arbeiten“, erklärt Diel. ▪ ds/tk

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