Beichte, Agape-Feier und Tischabendmahl?

Fragen rund ums Osterfest

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In vielen Gemeinden gibt es vor Ostern Fußwaschungen. Die christliche Fußwaschung wird im Neuen Testament als Handlung Jesu an seinen Jüngern beschrieben.

Altena - Ostern, das größte Fest der Christenheit, das älteste und höchste Fest im Kirchenjahr. In der Osternacht zwischen Karsamstag und Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu Christi. Zahlreiche Gottesdienste künden in der Burgstadt von der Bedeutung dieser Tage. Wer einen Blick auf die Gottesdienstpläne in den Gemeinden wirft, stößt auch auf Begriffe, die vielleicht nicht jedem etwas sagen. Rund um das Osterfest gibt es zahlreiche Riten und Bestandteile der Liturgie. Antworten von Pfarrer Ulrich Schmalenbach für die katholische Gemeinde St. Matthäus und Pfarrerin Merle Vokkert für die Evangelische Kirchengemeinde.

Was ist eine Agape-Feier?

Vielerorts ein fester Bestandteil im Gemeindeleben ist die Agapefeier am Gründonnerstag nach der Messe vom letzten Abendmahl. Erwähnung findet das gemeinsame Mahl schon in der Apostelgeschichte des Lukas bei der Beschreibung der Urgemeinde in Jerusalem. In Altena wird sie besonders mit den Junioren aus den Schulen und den Kindergärten gefeiert. Pastor Ulrich Schmalenbach übersetzt das Wort mit „Liebesmahl.“ Man erklärt den Junioren darin, was die Eucharistie (Abendmahl, Danksagung) für die Christen bedeutet. Das übernimmt Diakon Ulrich Slatosch. Die Erwachsenen der Gemeinde feiern ein Agapemahl, bei dem Wein, Wasser und Brot gereicht werden. Seit etwa 20 Jahren gebe es diese Feiern in seiner Gemeinde, berichtet Ulrich Schmalenbach.

Was ist die Fußwaschung?

Die Fußwaschung ist eine rituelle Handlung, die im Orient Gastfreundschaft symbolisieren soll. Die christliche Fußwaschung wird im Neuen Testament als Handlung Jesu an seinen Jüngern beschrieben. Zwölf Mitgliedern der Gemeinde werden dabei vom Pfarrer symbolisch die Füße gewaschen. Mit der Fußwaschung hat es eine besondere Bewandtnis: Mit dem Brauch wird an die Szene im Johannes-Evangelium erinnert, in der Jesus seinen Jüngern beim Letzten Abendmahl die Füße wäscht. Schmalenbach erklärt, dass die Fußwaschung auch deutlich machen soll, dass sich der Pfarrer nicht über die Gemeinde erhebt.

Warum wird gebeichtet?

Die Beichte ist eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche. Es geht darin um die Vergebung von begangenen Sünden. Man solle sich laut die eigene Schuld und Sünden eingestehen, jedoch gehe es hier nicht um eine Anklage, sondern um eine Versöhnung mit Gott und sich selbst.

Was ist eine Ölbergwache?

Sie erinnert an das biblische Geschehen am Gründonnerstag. Diese nächtliche Gebetswache soll an den inneren Kampf Jesu auf dem Berg Gethsemane erinnern, den Verrat durch Judas und die Gefangennahme des Herrn. Die Messe klingt still aus, aber die Teilnehmer haben noch Gelegenheit im Gebet beieinanderzubleiben.

Was ist ein Tischabendmahl?

Es erinnert natürlich an das letzte Abendmahl, nimmt aber eine besondere Form an, berichtet Pfarrerin Merle Vokkert. Im Altarraum der Lutherkirche werden in einer U-Form gedeckte Tische aufgestellt, an denen die Gottesdienstbesucher Platz nehmen können. Es gibt Brot und Aufschnitt. Die Pfarrerin ist sich nicht ganz sicher, vermutet aber, dass ein solches Tischabendmahl erstmals in der Lutherkirche angeboten wird.

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