Altenaer Kohlberghaus bemüht sich um Auszubildende im Pflegebereich

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Die Auszubildende Nicole Deitmerg Im Gespräch mit Bewohnern. ▪

ALTENA ▪ Die Zahlen klingen Besorgnis erregend: Bis zum Jahr 2030 werden nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung eine halbe Million Vollzeitkräfte in den Pflegeberufen fehlen.

Es droht also eine Lücke von 500 000 Stellen. Eine klare Meinung dazu hat Torsten Severing, Leiter der Pflegeeinrichtung Kohlberghaus. „In Deutschland“, sagt Severing, „wird die Pflege zu wenig gepflegt“. Die Firma Kunz und Ihde, Träger des Hauses und der Villa Borbet an der Linscheidstraße, will gegenzusteuern. „Zwischen vier und sechs Auszubildende würde ich nächstes Jahr nehmen.“ Derzeit erlernen fünf Mitarbeiter am Kohlberg den Beruf der Altenpflege. Severing spricht von einer „tollen Truppe“.

Und was sagt die tolle Truppe? Fast unisono sprechen die Auszubildenden von einer interessanten, abwechslungsreichen Tätigkeit. „Die Bewohner geben einem sehr viel zurück“, meint zum Beispiel Julia Neubauer – sie ist da einig mit Greta Höbig aus dem zweiten Lehrjahr. Und Nicole Deitmerg ergänzt: „Ich habe viel Freude daran, mit Menschen zu arbeiten.“ Auf einen wichtigen Aspekt weist Lars Bussmann hin: „Die Arbeit ist viel fordernder als in einem Altenheim“, sagt er und erntet die Zustimmung der Kollegen. Und es gebe einen interessanten Nebeneffekt: „Man wird wortgewandter.“ Birgit Semp, die ihre Ausbildung berufsbegleitend bis zum Jahr 2015 absolviert, kennt aus dem eigenen Lebenslauf auch ein industrielles Arbeitsumfeld – kein Vergleich mit dem Pflegeberuf: „Hier wird die Arbeit nie eintönig.“ Das deckt sich mit der Ansicht von Claudia Bialas, der stellvertretenden Pflegedienstleiterin. Sie ist seit 30 Jahren in der Pflege tätig und meint: „Das ist immer noch ein toller Beruf.“

Den Einstieg in den Beruf des Altenpflegers ebnet am Kohlberghaus wie auch in der Villa Borbet grundsätzlich ein Praktikum. „Das ist mir sehr wichtig“, betont Torsten Severing. „Da können wir sehen, ob der Bewerber zu uns passt und ob wir zu ihm passen.“

Was vielleicht manch einer nicht weiß: Eine Ausbildung als Altenpfleger kann man heute auch mit einem Hauptschulabschluss beginnen. Früher war dazu noch die Fachoberschulreife notwendig. ▪ Thomas Keim

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