Hoffen auf Impulse für das Gemeindeleben

Rund 20 Altenaer Christen, darunter Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier (rechts), haben am „Kirchplatz Zukunft“ in Hamburg ihre Eindrücke vom Kirchentag ausgetauscht.

ALTENA/HAMBURG ▪ Mit noch frischen Eindrücken sind die Teilnehmer aus Altena von 34. Deutschen Evangelischen Kirchentag zurückgekehrt. Fünf Tage lang warteten in Hamburg insgesamt mehr als 2500 einzelnen Veranstaltungen, Gottesdienste, Kultur- und Musikveranstaltung auf die 116 000 Dauerteilnehmer.

Am „Kirchplatz Zukunft“, dem Messestand der Evangelischen Kirche von Westfalen, tauschten die Altenaer Teilnehmer täglich ihre Eindrücke aus. Christina Claßen (22) hat auf einer Bühne mitgemacht, auf der mutige Kirchentagsbesucher spontan Lieder aus dem Gesangbuch vortragen konnten: „Ich habe ,Wir wollen alle fröhlich sein’

gesungen, weil es eines meiner Lieblingslieder ist“, erklärte sie.

Wie behindertenfreundlich der Kirchentag ist, ist ihrer Schwester Mirjam (24) aufgefallen: „Der Kirchentag lebt wirklich vor, was barrierefrei heißt: Alle Wege sind gut zu bewältigen“, weiß sie aus eigener Erfahrung, weil ihre Mutter Sonja es in Hamburg nach einem Beinbruch langsamer angehen lassen musste.

Katharina Voß (20) faszinierte eine besonders gut besuchte Diskussionsveranstaltung mit Bundespräsident Joachim Gauck zum Thema „Was braucht eine Gesellschaft?“. Sie meint: „Der Bundespräsident hat sich von einer sehr menschlichen und humorvollen Seite gezeigt und prima mit Samuel Koch ins Gespräch gefunden.“ Der in der Sendung „Wetten, dass...“ am 4. Dezember 2010 in Düsseldorf beim Versuch, über ein fahrendes Auto zu springen, verunglückte Koch habe sehr selbstbewusst über seine Behinderung gesprochen.

Besonders viele Musikveranstaltungen hat Detlev Haack besucht. Er war in einem der rund 12 000 Privatquartiere untergebracht und machte die positive Erfahrung, dass seine Gastgeber mit ihm sogar gemeinsam einen Gottesdienst aufsuchten.

Für eine Bibelarbeit von Margot Käßmann lohnte sich das frühe Aufstehen für Trude Friedland und Inge Dorn-seifer. Die beiden Seniorinnen gehören zu den älteren Teilnehmern der Gruppe aus dem Kirchenkreis Iserlohn, waren aber nicht minder aktiv jeden Tag unterwegs: „Allein diese eine Bibelarbeit war schon den Weg nach Hamburg wert“, meinte Inge Dornseifer.

Monika und Dan Ossenberg-Engels stellten sich eineinhalb Stunden für Karten einer Bonhoeffer-Oper an. Der Kirchentag hatte die Oper extra für das Christentreffen in Auftrag gegeben. Mit Musik und Theater wurde eindrucksvoll an das Leben und Werk des von den Nazis ermordeten evangelischen Theologen erinnert.

Der Kirchentag lebt seit jeher von einer gesellschaftlichen und politischen Zeitansage. Pfarrer Dieter Clasen beeindruckte ein Vortrag von Frank-Walter Steinmeier zum Thema Schuld und Schuldenerlass. Seine Tochter Lydia (19) zog es hingegen in die „Nacht der Lichter“: Eine Messehalle war voller Kerzen und lud ein mit besinnlicher und ruhiger Musik.

Unter den rund 20 Altenaern auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag war auch das Pfarrer-Ehepaar Merle Vokkert und Dr. Dietmar Kehlbreier. „Es wäre schön, wenn manche Impulse vom Kirchentag auch für die Gemeinde fruchtbar gemacht werden könnten“, hofften die beiden am Ende der Hamburger Tage auf nachhaltige Auswirkungen.

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