Altenaer Jungfilmemacher hofft auf einen Emmy

Konstantinos Sampanis macht sich Hoffnungen auf einen großen Filmpreis. Es gilt: Daumen drücken!

ALTENA - Emmy-Nominierung für Konstantinos Sampanis: Der junge Filmemacher aus Altena steht mit seinem in Los Angeles produzierten Kurzfilm ,,Six Feet Deep” auf der Liste der National Academy of Television Arts & Sciences Pacific Southwest. Zahlreiche gute Publikums-Kritiken bei diversen Filmfestivals lassen die Produzenten nun auf eine der begehrtesten Trophäen der Film- und Fernsehbranche hoffen.

Rückblick: Im Sommer 2012 zieht es Konstantinos Sampanis im Rahmen eines Auslandssemesters an die Universität von San Diego. Für den cineastisch ambitionierten Medienmanagement-Studenten der Business and Information Technology School in Iserlohn kommt dort nur ein Studiengang im Filmemachen in Frage. Mit Kommilitonen erstellt er das düstere Sozialdrama ,,Six Feet Deep”. Es erzählt die Geschichte zweier befreundeter Journalisten. Als der eine der beiden, afroamerikanischer Herkunft, in einer Tiefgarage von Neonazis überfallen und getötet wird, sinnt sein weißhäutiger Kollege auf Rache. Undercover schleust er sich mit kahl rasiertem Schädel in die örtliche rechte Szene ein. Sein Ziel sind nicht nur die Mörder seines Freundes, sondern auch jener korrupte Polizist, der die Tat deckt. Es gelingt ihm, diesen Mann aufzuspüren. Aber der Preis dafür ist hoch…

Mitgewirkt an dem aufwändig produzierten Kurzfilm haben neben Regisseur Konstantinos Sampanis auch Karla Esquivel als Produzentin, Alejandro Miyashiroan an der Kamera, Drew Clapp als Drehbuchautor und Jeremy Fabunan als Cutter. Gebucht wurden professionelle Schauspieler, Requisiten wie Hakenkreuzflaggen bastelte das Team teilweise selbst. Seitdem „Six Feet Deep“ fertig ist, wurde der Film beim Los Angeles International Underground Filmfestival und beim Laughlin International Film Festival ausgezeichnet. Er bekam hervorragende Publikumskritiken und einen Preis beim San Diego Latino Film Festival. Und nun ruft der Emmy.

Es ist eine Regionalauszeichnung des Emmy-Komitees, weshalb die Verleihung am 15. Juni in Las Vegas nicht so international im Fernsehen zelebriert wird wie die große Emmy-Verleihung des internationalen Film- und Fernsehgeschäfts. Aber es werden sich Produzenten bei der Verleihung tummeln - darauf kommt es der jungen Filmcrew an. „Jedes Festival ist bedeutend für uns“, erklärt Konstantinos Sampanis. „Irgendwo im Publikum könnte jemand sitzen, der an der Geschichte interessiert ist und eine Langversion des Films produzieren will. Solche Kontakte können irgendwann zum lokalen und dann zum internationalen Durchbruch führen.“

Der 22-jährige Altenaer kämpft noch mit sich, ob er nach Vegas fliegen kann. Die Verleihung fällt mitten in die Endphase seines Bachelor-Studiums. Bislang hielten ihn bei den bisherigen Festivals und Preisverleihungen alle am Film Mitwirkenden vor Ort übers Internet auf dem Laufenden. Auch über die weite Entfernung ist die deutsch-amerikanische Freundschaft bestehen geblieben. Zurück in Deutschland blieb Konstantinos Sampanis seinen filmischen Ambitionen treu: Die (ebenfalls preisgekrönte) Produktionsfirma ,,Icarian Pictures“, die er seit einigen Jahren betreibt, hat unter anderem einen Imagefilm für das Lüdenscheider Unternehmen Erco erstellt, der das Team einmal quer durch die Bundesrepublik führte.

Nach dem Bachelor will Sampanis nicht sofort den Master anschließen, sondern sich erstmal ein Jahr lang dem Filmemachen widmen. Hauptberuflich soll es später in dieser Richtung weitergehen. „Es gibt einfach nichts, in das ich mehr Leidenschaft investiere“, erklärt er lachend.

von Ina Hornemann

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