Bernadette kann dank Altenaer Hilfe wieder laufen

Eva Pungel und ihr Schützling, Bernadette aus Bethlehem. Sie kümmerte sich um die junge Palästinenserin in Dahle. Foto: Bonnekoh

Altena -   „Es ist wie ein Wunder. Bernadette kann wieder laufen und ist völlig schmerzfrei. Ich bin so glücklich!“ – Eva Pungel aus Dahle muss sich zusammen nehmen, um aufsteigende Tränen zurückzuhalten. Die Frau, die nach einem erfüllten Berufsleben als Kindergartenleiterin am Ort viele Jahre als Volunteer und Hausmutter im Café Auguste Viktoria in Jerusalem direkt am Ölberg arbeitete, lernte dort die schwerbehinderte 15-jährige Palästinenserin Bernadette kennen.

Unter dem Titel „Zurück in ein normales Leben“ erzählte unsere Zeitung im Frühjahr diesen Jahres die Leidensgeschichte des Teenagers. Das Mädchen aus Bethlehem hatte seit ihrer Geburt ein Hüftleiden. Folge: Ihre Hüftpfanne wurde nie richtig ausgebildet, sie hinkte stark und konnte sich nie richtig und vor allen Dingen nur unter Schmerzen bewegen oder laufen.

Eva Pungel lernte sie zufällig als Hausmutter in Jerusalem kennen und musste sie einmal zum Zahnarzt bringen. Da reifte der Entschluss, ,Mensch, du musst dem Kind doch helfen!’ Gesagt, getan, in Angriff genommen. Nach der Rückkehr in die Heimat im Frühjahr diesen Jahres zog Pungel viele, viele Fäden bei Freunden, Bekannten, dem Lions-Club, Hilfsorganisationen und der evangelischen Kirche.

Heute – knapp sechs Monate später – ist alles gut. „Wir sind einfach nur dankbar“, bringt es die evangelische Christin kurz und knapp auf den Punkt. Sie hat Anfang der Woche „meine Kleine“ wieder nach Israel ins Flugzeug gesetzt. „Für sie kann jetzt ein neues, ein erfülltes Leben beginnen“.

Nur durch ein Netzwerk von Freunden, Helfern und Sponsoren sei es möglich gewesen, das Projekt „Laufen lernen“ zu verwirklichen. Ob es die Physiotherapie bei Yvonne Sajewic war, die regelmäßige Wassergymnastik im Hallenbad zu Dahle, der Hausunterricht durch Lehrerin in Ruhe Annette Goseberg (Englisch und Mathe) oder Nachbarn, Freunde, die Frauenhilfe, die evangelische Gemeinde und das Pastorenehepaar Krause – um nur einige zu nennen:, „Sie alle hatten großen Anteil. Hoffentlich habe ich niemanden vergessen. Das wäre mir so peinlich.“ Natürlich sei auch der Lionsclub mit seinem Medizin-Projekt „Löwenherz“ ein unersetzlicher Partner gewesen. Aus diesem Topf wurde die aufwendige und teure Hüft-Operation am Klinikum Dortmund bezahlt. „Alle, wirklich alle, haben an das Kind gedacht“, sagt Eva Pungel. Als die Kleine dann wieder halbwegs laufen konnte, nahmen sie wiederum Freunde, Bekannte oder Dahler Christen mit in den Zoo, den Zirkus, in den Reitstall, zeigten ihr die Stadt Köln oder fuhren mit dem Mädchen zum Shopping.

In einer sehr persönlichen E-Mail hat sich Eva Pungel in anrührenden Zeilen für die Hilfe und das Mittun bei vielen Weggefährten bedankt. Kommendes Jahr muss Bernadette noch einmal nach Deutschland zurück kommen. Dann müssen die Schrauben und Nägel operativ entfernt werden. „Dann brauche ich wieder Hilfe“, sagte Eva Pungel. Heute, in einer Stunde voller Glück, versäumt es die Frau aber nicht, „an die besondere Kraft des Gebetes zu erinnern“, das sie, aber auch Pastor Uwe Krause und die Patientin selbst, immer wieder gesprochen hätten. „In der Kirche. Zuhause. Gemeinsam und allein. Vor der OP, danach und auch auf dem Gemeindefest.“

Für Eva Pungel ist die Geschichte von Bernadette „...deshalb wie ein Wunder von Heilung. Ein großes Glück, so etwas zu erleben. Von mir fällt eine große Verantwortung ab. Alles fällt mir jetzt schwer, gar keine Frage. Aber da gibt es den Sommer diesen Jahres. Dann werden wir uns wiedersehen, wenn ich in Jerusalem bin. Darauf schaue ich jetzt und freue mich bereits riesig.“

von Johannes Bonnekoh

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