Hunderte beim 1. Interreligiösen Friedensgang

Heinz Mührmann hatte wieder ein Plakat geschrieben: „Muslime und Christen unterwegs für den Frieden“ – nach Polizeiangaben deutlich mehr als 200 Altenaer beteiligten sich am Friedensweg durch die Stadt. Foto: Bonnekoh

Altena - „Die Bibel, Thora und der Koran sind Bücher der Liebe, nicht des Hasses“ – Beifall brandete auf, als am Sonntag, 1. Febuar,, gleich zu Beginn des 1. Interreligiösen Friedensweges durch die Stadt, Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier die Teilnehmer vor der Moschee an der Lüdenscheider Straße begrüßte.

Von deutlich mehr als 200 Teilnehmern ging Polizeichef Andreas Schober an dieser Stelle aus. In der Innenstadt ab Mittlere Brücke (2. Station) und am Ende des Ganges vor der Friedenseiche am Markaner waren es dann aber fast 300 Frauen, Männer und Kinder.

Dass ein christliches Kreuz als Symbol der evangelischen Christen vor der Moschee in Altena neben der türkischen Flagge und der gelb-weißen Fahne der St. Matthäus-Gemeinde aufgezogen wurde, das hatte schon Symbolcharakter.

Imam Ömer Evci hieß die Teilnehmer – darunter auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser, Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein, seinen allgemeiner Vertreter, Stefan Kemper, viele Rats- und Ausschussmitglieder und ganz viele Altenaer beider Konfessionen sowie Muslime, willkommen. Er las eine Sure aus dem Koran – zunächst auf arabisch und dann in deutscher Sprache. Ein Text, der den Frieden und das mitmenschliche Miteinanders ganz besonders betonte.

Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier erinnerte vor dem Gang über die Mittlere Brücke und seinem Beitrag am Zögerplatz an die Idee zu diesem Friedensweg. Die Anschläge von Paris hätten die westliche Welt erschüttert. „Sie waren ein Angriff auf die Freiheit des Denkens, des Glaubens und der gemeinsamen Werte von Toleranz und Nächstenliebe.“ Von den Altenaer Muslimen sei am Tag nach den Anschlägen die Idee zu diesem Friedensweg ausgegangen. Beide Kirchen und die islamische Gemeinde hätten dann unmittelbar und gemeinsam diesen Terror und die Anschläge verurteilt. „Im Namen Gottes darf nicht getötet werden.“

Christen und Muslime setzen ein Zeichen für den Frieden

Pfarrer Ulrich Schmalenbach wählte die Seligpreisungen aus der Bergpredigt für seine Gedanken an der Friedenseiche am Markaner. Sie war nach dem deutsch-französischen Krieg 1871 gepflanzt worden. Die Bergpredigt sei so etwas wie die Magna Charta des Glaubens. Eindrücklich warb auch er um Toleranz, Wertschätzung und das Aufeinanderzugehen trotz unterschiedlichen Glaubens. Frieden zu stiften sei verbindender Auftrag über alle Religionsgrenzen hinweg. Den Pfarrern und dem Vorbeter der Muslime war wichtig, dass die Menschen die muslimische Religion aber auch das Wissen über die christliche Religion besser kennen lernen sollten.

Dr. Kehlbreier: „Wir werben für eine aktive Mitgestaltung des Gemeinwesens, gerade in unserer Kleinstadt. Was uns in Altena stärkt, ist das rege gesellschaftliche Engagement. Freie Initiativen, Vereine, Verbände, Parteien und die verschiedenen Religionsgemeinschaften sind Orte, an denen Meinungen und Haltungen geprägt werden und Gemeinsinn eingeübt wird. Hier ist das Volk!“

von Johannes Bonnekoh

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