„Ein Borusse bleibt Borusse“

om Slowinski (l.) ist wie Wehrkollege André Schmidt (r.) Fan des FC Bayern München. Das sieht Kevin Obornik (mit Schal) ganz anders. Er will heute in Berlin erleben, wie „wir den Bayern die Lederhose ausziehen“. So sieht es auch BVB-Fan Timo Rode. Foto: Bonnekoh

Altena -  „Ein Borusse bleibt Borusse – ein ganzes Leben. Die Strapazen einer Fahrt, beispielsweise zum Pokalendspiel nach Berlin, nimmt ein Fan gerne auf sich. Das ist eben Leidenschaft!“ Uwe Samulowski, Adjutant der Dahler Schützen, ist mit seinem Hauptmann Jochen Frank deshalb am Samstag, 17. Mai 2014, 20 Uhr live in Olympiastadion in Berlin dabei.

Der Dahler ist aber bei weitem nicht der einzige, der von der Lenne in die Bundeshauptstadt fährt und „100 prozentig auf einen Sieg des BVB“ setzt. Auch Kevin Obornik (22) von der Löschgruppe Rosmart der Freiwilligen Feuerwehr steht heute ganz früh auf, um mit dem Fanbus Richtung Pokalfinale zu fahren. Unter seinen Feuerwehrkollegen gibt es noch weitere Männer, die den Kickern aus Dortmund bedingungslos die Treue halten: Oliver Diel oder Timo Rode zum Beispiel. Die waren schon bei ganz großen Spielen ihrer Mannschaft in den Stadien Europas dabei, sind aber heute verhindert. „Wir gehören zum Team der Löschgruppe, das heute und morgen das Feuerwehrfest an unserem Gerätehaus ausrichtet. Alles geht nicht.“ Dennoch: Die jungen Männer tippen Ergebnisse von 2:1 über 3:1 für die „Sonnenschein des Ruhrgebietes. Die Bayern hauen wir weg. Ganz klar!“

Wer jedoch schon einmal in der Allianz-Arena in München gewesen ist, vom Opa, Freund oder der Mutter mit dem „Bayern-Gen“ angesteckt wurde, sieht das auch an der Lenne „ganz anders“. Deshalb sind die Wehrleute Tom Slowinski (16), André Schmidt (20) und Thorben Schmidt (17) ganz anderer Meinung. als ihre Kameraden. „Bayern ist der Club in Deutschland und Europa. Das Pokalfinale werden wir packen. Dass der BVB vor zwei Jahren gewonnen hat – na ja, man muss auch verlieren können. Dieses Jahr holen wir das Double und den Pott!“

Zurück zu den Dahlern Jochen Frank und Uwe Samulowski. Die sind natürlich BVB-Dauerkarteninhaber. Samulowski: „Meine Karte hat schon seit den Zeiten des alten Westfalenstadions Bestand. Das sind weit mehr als 30 Jahre.“ Mit dem verstorbenen Wirt des Ko, Kouressies sen., hat er in Madrid den Torumfaller erlebt und war auch beim Europa-Cup-Endspiel seiner Borussia in Rotterdam dabei. „Sportliche Höhepunkte waren und sind aber immer die Pokalendspiele in Berlin. Die Stadt ist so aufregend, schläft nie“, sagt der Schützenadjutant, der mit dem eigenen Pkw anreist. „Wir haben aktuell die Mannschaft, die heute die Bayern in ihre Schranken weist, denn wir haben Weidenfelder, Klopp und Kehl.“

Dass die beiden Dahler den Höhepunkt der jüngsten Dortmunder Vereinsgeschichte, das Champions-League-Finale 2013 in London gegen Bayern nicht live miterleben durften, hat sie tief geschmerzt. „Das stand nicht in unseren Möglichkeiten. Es war Schützenfest in Dahle...“

Völlig entspannt sehen die Wehrleute von Rosmart das sportliche Geschehen in Berlin heute Abend. „Wir vertragen uns – heute, morgen und übermorgen. Fußball ist schön, aber wir sind und bleiben Kameraden“, so Timo Rode.

von Johannes Bonnekoh

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