Roter Teppich für künftige Azubis

1. Altenaer Freiluft-Messe „Date your firm“ zieht junge Leute an

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Caspar Noelle besuchte mit seiner Mutter die Freiluft-Messe „Date your firm.“ Der 16-Jährige lebt in Altena und besucht noch die Schule. Er ist noch unentschlossen, in welche Richtung er sich beruflich orientieren möchte.

Altena - "Die 1. Altenaer Freiluft-Messe "Date your firm" ist ein Versuch, an junge Leute ran zu kommen. Sie ist auch ein Zeichen, was in Südwestfalen alles möglich ist. Wir benötigen, wir brauchen junge Leute", sagte Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein im Beisein seines Nachrodter-Amtskollegen Michael Schlieck  zum Start der Messe am Freitag gegen 15 Uhr.

Industrie, Handel und und Dienstleister haben es schwer, junge Leute für eine Ausbildung zu begeistern. Aber das Berufsstartern im wahrsten Sinne des Wortes ein roter Teppich ausgelegt wird, das ist schon besonders. Diesen Gag steuerte das Team der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis bei, das in Höhe der Zweigstelle Kirchstraße Fotos auf dem roten Catwalk erstellte und junge Leute, die am Beruf des Bankkaufmanns interessiert sind, auch zu einem Gewinnspiel einluden. Da war der rote Teppich nur eine Art Appetithappen... Die gab es in der ein- oder anderen Form auch bei den mehr als 40 Firmen und Vereinen, die in der gesamten Stadt mit meist jungen Beschäftigten die begehrte Zielgruppe der Firmen, junge ausbildungsfähige junge Leute,  ansprachen.

Informativ und werbewirksam - so gingen die heimsichen Betriebe auf die jungen Leute zu.

Von Dienstleistern über Handwerker, von Versicherungen über traditionsreiche Drahtschmieden: Alle, die in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde Rang und Namen haben, waren vertreten. Martin Döhler, der mit einem vielköpfigen Team vom Karrierenetzwerk Lenne die Veranstaltung auf die Beine gestellt hatte, war ob des guten Besuches „ein bisschen erleichtert und auch froh.“ Immerhin hatte er bereits gestern und vorgestern „viele, viele Stunden an der Organisation vor Ort gestrickt“, wie er lachend anmerkte. Eröffnet hatten die erste Altenaer Ausbildungsmesse unter freiem Himmel und die so andere Jobsuche mit dem „Date your firm“ Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein und der stellvertretende Bürgermeister von Nachrodt-Wiblingwerde, Michael Schlieck. Beide fungierten auch als Paten. Hollstein zum Start der Freiluftmesse gegen 15 Uhr: „Die Veranstaltung ist schon mal vom Wetter aufgegangen. Es ist heute ein Versuch, an junge Leute heranzukommen. Eine Garantie gibt es nicht.“ Schlieck hatte zuvor angemerkt, er sei stolz auf dieses Angebot und betont, dass es sich schon sehr deutlich von ähnlichen Angeboten in der Region unterscheide. Gemeinsam unterstrichen beide Paten bei zahlreichen Gesprächen am Rande der Vorstellungsmeile, „dass das untere Lennetal Tolles auf die Beine gestellt hat“, wie Hollstein noch ganz persönlich anmerkte. Und: „Ruhrgebiet hin und her – wir benötigen junge Leute hier, sie werden gebraucht. Es ist nicht nur landschaftlich schön in Südwestfalen, sondern auch interessant und lukrativ hier zu arbeiten.“

Lea Matthäus (15) aus Lüdenscheid mit ihrer Freundin Noelani Gasso Romero (15) (v.l.) und weiteren Klassenkameraden. Die jungen Leute informierten sich gestern in der Stadt „an vielen Firmenständen, um Ideen zu sammeln, was wir beruflich einmal machen könnten.“

Bewusst auf eigene Azubis oder Junggesellen beziehungsweise kürzlich von der Ausbildung in die Festanstellung gewechselte junge Leute setzten durchweg die mehr als 40 Firmen, die um Nachwuchs oder Praktikumsplätze warben. „Es läuft gut“, sagte gegen 17 Uhr „durchaus positiv überrascht“ ein Sprecher von Möhling. Und ein weibliches Mitglied der Geschäftsleitung der Friedrich Krollmann GmbH & Co KG aus Mühlenrahmede, ermunterte ihre junge Crew immer wieder an mitgebrachtem Werkzeug zu zeigen, was einer der führenden Hersteller von Anspitzmaschinen und Handling-Systemen alles so drauf hat. Publikumsmagnet war aber ohne Zweifel ein 40-Tonner der Spedition Vormann, ebenfalls aus der Rahemde. Junior-Chef Fredrik Vormann warb um eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer und gab dazu vor der Burg Holtzbrinck auch bereitwillig Auskunft vor seinem schweren Lkw. Ob junge Frau oder junger Mann – so mancher Messebesucher wagte es einmal auf dem Fahrersitz dieses Straßengiganten Platz zu nehmen. „Wir haben schon erfolgreich ausgebildet und suchen wieder Nachwuchs“, meinte Vormann. Deshalb habe er auch sofort zugesagt, als er vom Messeangebot in Altena erfuhr. Anna-Lena Bausemer (15), die mit ihrer Mutter die Messe besuchte, informierte sich unter anderem beim Finanzamt. „Ich bin gut in Mathe - warum nicht?“, sagte sie. Alexandro Cinau besucht zwar erst die achte Klasse der Sekundarschule, „aber besser früher, als zu spät die Augen offen halten“, meinte der 13-Jährige. Er traf übrigens auch seinen ehemaligen Lehrer Oliver Held, der bekanntlich beruflich nach Werdohl gewechselt ist. „Wir hoffen, vielleicht über die Präsentation heute hier in der Stadt Interessenten für den Beruf des Altenpflegers zu finden“, sagte ein Sprecher des Kohlberghauses. „Einfach bewerben!"

Eine Hofffnung, die viele weitere Aussteller teilten.

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