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Deswegen engagiert sich ein Altenaer in Kamerun

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Von: Thomas Krumm

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Kameruns Präsident Paul Biya (hier in Begleitung seiner Ehefrau), trat bei der Wahl im Oktober 2018 als 85-Jähriger erneut an und siegte mit 71 Prozent der Stimmen.
Kameruns Präsident Paul Biya (hier in Begleitung seiner Ehefrau), trat bei der Wahl im Oktober 2018 als 85-Jähriger erneut an und siegte mit 71 Prozent der Stimmen. © Sunday Alamba

Seit mehr als 30 Jahren unterstützt der Verein zur Förderung der Kultur und der Wissenschaft in Afrika Projekte in Kamerun. Schwerpunkte waren die schulische Bildung, die Gesundheitsvorsorge und die Unterstützung landwirtschaftlicher Projekte, die vor allem von Frauen getragen werden. Die wichtigsten Anbauprodukte sind Erdnüsse, Mais, Avocado und Bohnen. Nun möchte der Verein eine weitere Bildungsinitiative starten und Journalisten in Kameruns Hauptstadt Yaoundé unterstützen.

Altena – Organisator Dr. Mounjohou Njayou, der mit seiner Frau Barbara Fahl-Njayou in Altena lebt, erklärt die Hintergründe: In Kameruns Hauptstadt erscheint die Tageszeitung „Le Messager“ - der Bote. Gegründet wurde „Le Messager“ am 17. November 1979 von dem damals 22-jährigen Pius Njawé. Für seine Grundhaltung wurde er laut Wikipedia 126 Mal verhaftet und von internationalen Institutionen mehrfach ausgezeichnet.

1991 war er der erste Preisträger des „Prix de la libre expression“ (eine Auszeichnung für die freie Meinungsäußerung), der von der internationalen Union der frankophonen Presse vergeben wird – an Personen, „die trotz aller Angriffe auf ihre Person ihre Unabhängigkeit in einem schwierigen Umfeld bewahren“. 1993 verlieh die „World Association of Newspapers“ mit Sitz in Paris dem Gründer des „Messager“ die „Golden feather of freedom“. Mehrfach war die Zeitung verboten – allerdings immer nur für einige Monate.

In einer erneuerten Grundsatzerklärung vom 7. November 2017 bekannte sich die Zeitung zu einer „bürgerlichen, republikanischen, humanistischen und fortschrittlichen Grundhaltung“ und zu einer wahrheitsgetreuen Berichterstattung. Die Menschen in Kamerun sollten in ihrer Unterschiedlichkeit dargestellt werden. Die Zeitung wolle zwischen ihnen und den Entscheidungsträgern vermitteln und dazu beitragen, intellektuelle und technologische Ressourcen des Landes umfassend zu mobilisieren.

Organisator Dr. Mounjohou Njayou, der mit seiner Frau Barbara Fahl-Njayou in Altena lebt, gehört zum Verein zur Förderung der Kultur und der Wissenschaft in Afrika.
Organisator Dr. Mounjohou Njayou, der mit seiner Frau Barbara Fahl-Njayou in Altena lebt, gehört zum Verein zur Förderung der Kultur und der Wissenschaft in Afrika. © Krumm

Der Altenaer Mounjohou Njayou berichtet, dass die Zeitungsjournalisten in Kamerun ihre Reichweite nun durch eine Internet-Präsenz ihres Mediums erweitern und dadurch auch Menschen aus Kamerun im Exil erreichen möchten. Derzeit fehlen aber noch die nötigen finanziellen Mittel für dieses Projekt. Bei deren Beschaffung möchte der Verein zur Förderung der Kultur und der Wissenschaft in Afrika helfen.

Der jüngste Rundbrief des Vereins informierte die Vereinsmitglieder und Unterstützer im Dezember über die aktuellen Aktivitäten des Vereins. Der in Teilen von Kamerun tobende Bürgerkrieg und Spannungen zwischen den anglophonen und frankophonen Landesteilen lösten Fluchtbewegungen innerhalb des Landes aus, die neue Herausforderungen brachten: „Vor einem Jahr haben wir für 900 geflüchtete Kinder um Hilfe gebeten, die von der anglophonen Krise und vom Bürgerkrieg betroffen sind“, heißt es im Rundbrief. Spendengelder ermöglichten die Verteilung von didaktischem Material in Schulen mehrerer Dörfer – „für bedürftige Kinder konnten Prüfungsgebühren übernommen werden“.

Diese Bildungsbemühungen sollen auch mit Unterstützung der Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ in weiteren Dörfern fortgesetzt werden.

Wie wichtig die Unterstützung ist, belegt Mounjohou Njayou mit Zahlen: Bei einer durchschnittlich sehr jungen und stark wachsenden Bevölkerung von etwa 26,5 Millionen Menschen gibt es derzeit etwa fünf Millionen Schüler in Kamerun. Für sie ist Bildung der Schlüssel zur Sicherstellung des elementaren Überlebens und zur gesellschaftlichen Teilhabe. Ernährung, Bildung und Gesundheitsversorgung seien nicht vorrangig politische oder gar ideologische Themen, sondern unverzichtbare Beiträge zu einem besseren sozialen Miteinander und zur Weiterentwicklung des Landes, erklärt Mounjohou Njayou.

Spendenkonto

Das Spendenkonto des Vereins zur Förderung der Kultur und Wissenschaft in Afrika hat die IBAN: DE36 4585 1020 0080 0342 67

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