Dreimal ohne Führerschein erwischt: 3000 Euro Strafe

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100 Tagessätze zu je 30 Euro muss der Wiederholungstäter zahlen. Dazu gab es gratis eine Warnung des Richters: „Beim nächsten Mal wird das Auto eingezogen“.

Altena -  Ein Autofahrer, der scheinbar in zwei Welten lebt, präsentierte sich im Amtsgericht Altena: In der einen Welt gibt es sein fahrbereites Auto vor der Tür, das scheinbar das bequemste Fortbewegungsmittel für Arztbesuche und andere Ziele ist. In der anderen Welt wurde dem 57-Jährigen die Fahrerlaubnis entzogen, weshalb er in diesem Auto nur mitfahren darf.

40 Tagessätze zu je 30 Euro gab es am 23. April, weil der Angeklagte in Altena selber gefahren war. Wenig beeindruckt setzte er sich am 2. Juli erneut ans Steuer, wurde erwischt, und fuhr schon am 11. Juli wieder mit seinem Auto – einmal um 7.50 Uhr, einmal um 8.15 Uhr. „Ich wollte zum Arzt nach Lüdenscheid fahren“, erklärte der 57-Jährige und zeigte sich tief ratlos über die eigenen Beweggründe das Verbot zu missachten.

„Sie wissen, dass Sie keine Fahrerlaubnis haben?“, stellte Richter Dirk Reckschmidt die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten auf den Prüfstand. „Das stimmt alles“, gab der kleinlaut zu – auch die festgestellte Alkoholisierung von jeweils 0,6 bis 0,7 Promille. Das sei noch „vom Vortag“ übrig geblieben, erklärte er.

Der Richter warnte vor der Möglichkeit, dass amtlicherseits auch ein Auto als Tatwerkzeug eingezogen werden dürfe und folgte dem Strafantrag von Staatsanwalt Bernd Maas: Einschließlich der Fahrt im April wurden es nun stattliche 100 Tagessätze zu je 30 Euro. Dazu kam eine 15-monatige Sperrfrist für die Wiedererteilung des Führerscheins. „Beim nächsten Mal wird der Seat eingezogen“, warnte der Richter zum Abschied. -  thk

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