Woche der Ausbildung - Zu Gast bei Elektro Orth-Inhaber Michael Hegemann

„Altenaer Betriebe müssen sich präsentieren“

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Michael Hegemann, Elektro Orth-Inhaber, Hanna Freissler, Sabine Bergmann und Martin Döhler trafen sich zum Gespräch.

Altena - „Das Handwerk kann nicht aussterben, es wird immer vor Ort gebraucht“ – darin waren sich am Freitag, 2. März,  alle Gesprächspartner bei Elektro Orth sicher. Im Rahmen der „Woche der Ausbildung“ hatten sich Martin Döhler und Sabine Bergmann vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit mit dem Inhaber Michael Hegemann und der stellvertretende Bürgermeisterin Hanna Freissler bei Elektro Orth getroffen.

Thema war der Fachkräftemangel und was getan werden kann, um das Handwerk in Altena attraktiver zu machen. Doch warum sind handwerkliche Berufe überhaupt so unbeliebt? Für Michael Hegemann liegt das Problem schon vor der Ausbildung: „Die Schulbildung hat sich verändert“, sagt er. Seien gute Haupt- und Realschüler früher die Basis eines Unternehmens wie Elektro Orth gewesen, so würden diese heute wegfallen.

Hauptschüler fallen weg

Und wenn sich doch einige für die Ausbildung bei Michael Hegemann entscheiden, so kann er sie anschließend häufig nicht übernehmen: „Die meisten gehen danach studieren oder in die Industrie“, ist eine Erfahrung, die er gemacht hat. Grund dafür sei häufig, dass das Gehalt in der Industrie wesentlich höher sei. Um die heimischen Unternehmen bei der Suche nach Nachwuchs zu unterstützen, sprachen die Vertreter von Stadt und Arbeitsagentur über einige Lösungsansätze. „Praktikumstage sind eine gute Idee, das muss nur alles vor der zehnten Klasse passieren“, sagte Hanna Freissler. Auch von der Idee der „Ausbildungsbotschafter“ – Auszubildende, die anderen Schülern von ihrer Arbeit berichten – war sie begeistert.

Aktiv werben

Martin Döhler lenkte den Fokus auch weg von den Schülern und hin zu den Altenaer Unternehmen: „Die kleinen Betriebe haben keine Möglichkeit, sich zu präsentieren“, bemängelte er. Große Firmen wie beispielsweise Möhling würden von ihrem Ruf profitieren, Handwerksbetrieben biete sich diese Möglichkeit häufig nicht. Um die kleineren Betriebe auch über Altena hinaus bekannt zu machen, schlug er eine Veranstaltung vor, wo diese ihre Tätigkeiten vorstellen können. „Das Problem war mir so noch nicht bekannt“, gab Hanna Freissler zu und versprach, die Anregung mit ins Rathaus zu nehmen.

Handwerk bleibt attraktiv

Denn, dass das Handwerk eine attraktive Branche sein kann, dessen waren sich die Anwesenden sicher: „Man hat an für sich einen sicheren Arbeitsplatz, erwirbt breites Fachwissen und hat viel Kundenkontakt“, fasste es Michael Hegemann zusammen. Auch die Chance auf eine Übernahme nach der Ausbildung sei durchaus höher als in der Industrie, fügte Martin Döhler hinzu.

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