Lesung von Peter Prange: Kinderpapst im Dilemma

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Signierstunde mit Peter Prange. ▪

ALTENA ▪ „Es ist so, als hätte der Heilige Geist persönlich mich auf die Idee zu diesem Buch gebracht“, mit dieser Aussage überraschte Peter Prange sein Publikum. Augenzwinkernd erklärte er dann, das er in einem Buch des amtierenden Papstes Benedikt über „Gott und die Welt“ auf den „Kinderpapst“ aufmerksam wurde.

„Der Kinderpapst“ ist auch der Titel von Pranges neuestem Werk, das sich mit der Widersprüchlichkeit in Charakter und Wirken des Teofilo de Tusculo beschäftigt. Im Jahr 1032, mit nur zwölf Jahren, wird der Junge gegen seinen Willen auf die Cathedra gesetzt und wird damit als Nachfolger seiner Onkel, der Päpste Benedikt VIII. und Johannes XIX. als „Kinderpapst“ in die Geschichte eingehen.

Früh sind die meisten Plätze in der Burg Holtzbrinck am Freitagabend besetzt, viele Altenaer nutzen die Gelegenheit, an der Lesung eines „großen zeitgenösischen Sohns dieser Stadt“ teilzunehmen. Mit diesen Worten begrüßt Karsten Wolfewicz den Bestsellerautor und nannte gleich eines von Pranges Erfolgsrezepten: „Sachkenntnis ist Menschenkenntnis!“ Prange recherchiere nicht nur sehr gründlich die geschichtlichen Fakten und Zusammenhänge, sondern gebe sich sehr viel Mühe mit einer vielschichtigen Beschreibung der handelnden Personen.

„Mit dem Namenskleid als Benedikt IX. musste Teofilo in ein viel zu großes Gewand schlüpfen. Er musste ein Schicksal ertragen, das größer war als er selber“, beschreibt Prange den jüngsten Stellvertreter Gottes auf dem Stuhl Petri. „Und er ist an der Bürde dieses unmenschlichen Amtes gescheitert.“

Prange beginnt seine Lesung mit der Geburt Teofilos, dann macht er einen Zeitsprung und liest über die erste große Liebe des Jungen. Der Verzicht auf die Erfüllung dieser Liebe zu seiner ihm als Ehefrau versprochenen Cousine Ciara di Sasso, dazu ein strenger, machthungriger Vater scheint den jungen Papst zu einem „Teufel in Menschengestalt“ gemacht zu haben.

„Sein Pontifikat war das grausamste in der Geschichte, dreimal wurde er abgesetzt, dreimal hat er sich ins Amt zurück gekämpft. Es heißt sogar, er habe einmal seine Papstwürde an seinen Taufpaten verkauft, um seine Cousine doch noch heiraten zu können“, gab Prange einen Überblick über das weitere Leben des jungen Mannes.

Ein spannender Stoff, daher war es kein Wunder, dass bereits nach der Lesung viele der Besucher die Gelegenheit nutzten und das Buch beim Team der Buchhandlung Katerlöh erstanden, um es anschließend von Prange signieren zu lassen. ▪ sis

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